Zu wenig Medizinstudienplätze zentraler Grund für Personalmangel

Münster – Aus Sicht der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) sind nicht zu lange Verfahren bei der Anerkennung von ausländischen Medizinabschlüssen entscheidend, um dem Mangel an Ärzten langfristig zu begegnen, sondern die zu geringe Zahl der Medizinstudienplätze in Deutschland. Der Vorstand der Kammer fordert daher abermals, mehr Studienplätze einzurichten.
„An Bewerberinnen und Bewerbern mangelt es nicht. Potenzielle Nachwuchskräfte stehen genug in den Startlöchern“, sagte Kammerpräsident Hans-Albert Gehle.
Gleichzeitig wehrt er sich gegen Vorwürfe, die Kammer hemme den Zugang von ausländischen Ärzten durch zu hohe Hürden bei den vorgeschriebenen Fachsprachen- oder Kenntnisprüfungen. Termine für Kenntnisprüfungen seien vielmehr im Regelfall innerhalb von sechs Wochen, in Einzelfällen auf Wunsch auch innerhalb von drei Wochen möglich.
In den zurückliegenden Jahren habe jeder zweite Prüfling die Kenntnisprüfung auf Anhieb im ersten Versuch geschafft. Für die andere Hälfte sei ein weiterer, gegebenenfalls auch ein dritter Versuch notwendig, um die von Rechts wegen geforderten Kenntnisse und Fähigkeiten, die zur Ausübung des ärztlichen Berufs erforderlich sind, unter Beweis zu stellen.
„Für 95 Prozent der Ärztinnen und Ärzte mit einem in einem Drittstaat erworbenen Examen stellt sich nach einem der möglichen Prüfungsversuche der Erfolg ein“, so Gehle.
Anm. d. Red: Die Ursprungsmeldung enthielt überholte Zahlen zu Medizinstudienplätzen. Diese wurden aus der Meldung entfernt.
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