Zusammenspiel von Patientenportalen mit Primärsystemen und der ePA optimieren

Berlin – Zur Rolle von Patientenportalen im Zusammenspiel mit Primärsystemen und der elektronischen Patientenakte (ePA) legte der Arbeitskreis „Patientenportale“ des Kompetenzzentrums für Interoperabilität (KIG) und der Stabsstelle Versorgung gemeinsam mit Experten des Interop Councils und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ein Positionspapier mit Handlungsempfehlungen aus Prozess- und Versorgungsperspektive vor.
„Zentrale Erkenntnisse aus dem Arbeitskreis sind vor allem, Interoperabilität durch verbindliche Standards sicherzustellen und digitale Behandlungsprozesse von der Einweisung ins Krankenhaus bis zur Nachversorgung durchgängig und medienbruchfrei zu gestalten. Das umfasst auch eine enge Verzahnung von Patientenportal und ePA“, erklärte Laila Wahle, Senior Managerin klinische Prozesse und Interoperabilität bei der Gematik.
Die Handlungsempfehlungen im Positionspapier richten sich insbesondere an das Bundesgesundheitsministerium (BMG), die Gematik, Krankenhausportal-Anbieter, KIS-Hersteller sowie Krankenhäuser und weitere Leistungserbringer. Neben kurz- und mittelfristig umsetzbaren Maßnahmen sind auch eher langfristig zu denkende, grundlegende Änderungen an Infrastrukturen und Gesetzen aufgeführt.
In der kurz- und mittelfristigen Perspektive gelte es unter anderem, digitale Identitäten zu stärken (Gesundheits-ID und perspektivisch EUDI-Wallet), Patientenportale und ePA mit Fokus auf einen frühzeitigen Zugriff auf relevante Gesundheitsdatenenger zu verzahnen sowie die Interoperabilität durch verbindliche Standards, offene Schnittstellen und Datenportabilität zu stärken.
Analog zur elektronischen Überweisung (E-Überweisung) sollte zudem auch die elektronische Einweisung zeitnah beauftragt werden. Hierbei müssten möglichst viele Informationen strukturiert abgebildet werden, so auch eine klare Identifikation des auslösenden Leistungserbringers – dies biete die Basis für eine sichere und automatisierte Verarbeitung im Krankenhaus. Grundsätzlich müssten strukturierte Datenformate in der ePA ausgebaut werden.
In der Langfristperspektive sollten, so eine weitere Forderung aus dem Papier, vor allem Anamnesedaten als strukturierter Service in der ePA vorliegen. Sinnvoll sei auch eine zentrale Infrastruktur zur Verwaltung aller Einwilligungen, Opt-Outs, und Widersprüche, die insbesondere allen relevanten Leistungserbringern eine Transparenz zu übergreifenden Consents verschafft.
Plädiert wird des Weiteren für eine sektorenübergreifende Terminplattform: Der Terminservice 116117 solle demnach auch für relevante Termine der stationären Versorgung geöffnet werden, einschließlich Terminen von Privatpatientinnen und -patienten.
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