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1,85 Millionen medizinische Ersteinschätzungen über die 116117

  • Montag, 20. Juli 2026
/picture alliance, Patrick Pleul
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Berlin – Im ersten Halbjahr 2026 hat der Patientenservice der Kassenärztlichen Vereinigungen rund 1,85 Millionen medizinische Ersteinschätzungen abgegeben – rund 1,4 Millionen über die Telenfonnummer 116117 und rund 440.000 über das sogenannte Patienten-Navi auf Basis der Website „www.116117.de". Das zeigt eine Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). 

Der bundesweite Patientenservice unter der Telenonnummer 116117 steht Hilfsbedürftigen mit gesundheitlichen Anliegen seit 2012 telefonisch zur Verfügung. Seit Dezember 2021 ergänzt das Patienten-Navi den telefonischen Dienst online. Zur medizinischen Ersteinschätzung nutzt der Service die Software SmED („Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland“).

Aus den medizinischen Ersteinschätzungen lassen sich nach Angaben des Zi Entwicklungen im Beschwerdebild der Bevölkerung ableiten. So zeigte sich während der Hitzeperiode Ende Juni ein deutlicher Anstieg von täglichen Anfragen aufgrund von Sonnenbrand oder Sonnenstich. Ihr Anteil erhöhte sich von etwa 0,1 Prozent Anfang Juni auf einen bisherigen Höchstwert von 2,63 Prozent (411 Assessments) am 28. Juni 2026.

Von den 1.159 Personen, die an den Hitzetagen vom 25. bis 28. Juni 2026 bei der 116117 wegen dieser Hauptbeschwerden Hilfe suchten und mit SmED ersteingeschätzt wurden benötigten 760 Personen (65,6 Prozent) nach der SmED-Ersteinschätzung eine schnellstmögliche medizinische Versorgung.

Der Mai und Juni 2026 wiesen der Auswertung zufolge den seit 2022 höchsten Anteil an Anfragen wegen Sonnenbrand beziehungsweise Sonnenstich/Hitzschlag auf: So wurden 2.316 von 307.116 Assessments im Juni 2026 (0,75 Prozent) zu diesen Hitzebeschwerden dokumentiert, während es im Juni 2025 noch 1.270 von 284.804 Assessments waren (0,45 Prozent).

„Mit der bundesweiten Einführung von SmED existiert erstmalig eine nationale Datenbasis zu den gesundheitlichen Beschwerden, Symptomen und Risikofaktoren, mit denen sich Hilfesuchende an den Patientenservice 116117 wenden“, erläuterte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried.

Er wies darauf hin, dass ein digitaler Erstkontakt wo immer möglich zunächst über die Praxis erfolgen sollte, die der Versicherte als Primärpraxis gewählt habe. Dort sei der oder die Hilfesuchende als Patient beziehungsweise Patientin bekannt.

Die digitale Ersteinschätzung sollte dabei nicht als Hürde, sondern als ergänzende Möglichkeit gesehen werden. „Die Nutzung der 116117 ist immer dann sinnvoll, wenn die behandelnde Praxis im Akutfall gerade nicht erreichbar ist oder keine Bezugspraxis existiert“, erläuterte von Stillfried. 

hil

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