Ärzteschaft

Ärzte fordern unbürokratischen und bundesweit einheitlichen Zugang zur medizinischen Versorgung für Ukraine-Flüchtlinge

  • Montag, 21. März 2022

Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) hat gemeinsam mit weiteren ärztlichen Verbänden eine rasche, unbürokratische und bundesweit einheitlichen Regelung zur medizinischen Versorgung von Ukraine-Flüchtlingen gefordert.

Mit der Gesundheitskarte für Geflüchtete existiere bereits ein unkomplizierter Weg, die medizinische Versorgung dieser Menschen zu gewährleisten, hieß es heute. Leider seien aber noch nicht alle Bundes­länder und Kommunen einem entsprechenden Rahmenvertrag beigetreten. Die Verbände fordern die Verantwort­lichen daher auf, dies schnellstmöglich nachzuholen.

„In Anbetracht des unermesslichen Leids, das diese Menschen durchgemacht haben, gilt es jetzt, büro­kratische Hürden zügig abzubauen. Ärztinnen und Ärzte müssen sich auf die medizinische Behandlung konzentrieren können, nicht auf das Ausfüllen von Formularen“, heißt es in dem Appell der BÄK und der Allianz deutscher Ärzteverbände.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bestehen solche Rahmenvereinbarungen aktuell in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen. Nach einer Anmeldung erhalten die Geflüchteten dort eine elektronische Ge­sund­heitskarte mit besonderer Statuskennzeichnung.

In den übrigen Regionen stellen die Kommunen Behandlungsscheine aus, mit denen die Menschen einen Arzt aufsuchen könnten. „Das ist für Patienten und Ärzte umständlich und bürokratisch. Gebraucht wird mehr Zeit für Zuwendung, statt unnötiger Zettelwirtschaft“, so die Verbände.

Zur Allianz deutscher Ärzteverbände gehören der Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internis­ten (BDI), der Bundesverband der Ärztegenossenschaften, die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsver­bände (GFB), der Hartmannbund – Verband der Ärztinnen und Ärzte Deutschlands, Medi Geno Deutsch­land, der Virchowbund – Verband der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Deutschlands und der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa).

hil

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