Ärzte organisieren Hilfen für die Ukraine

Berlin – Die Ärzte in Deutschland engagieren sich weiter, um den Menschen in der Ukraine und auch den Geflüchteten zu helfen. Die Bundesärztekammer (BÄK) hatte bereits Anfang März eine Plattform „Ärztinnen und Ärzte für die Ukraine“ initiiert, darüber hinaus gibt es ein neues Forum, das die Logistik von medizinischem Bedarf in der Ukraine verbessern will.
Auf der BÄK-Plattform haben sich bislang mehr als über 1.000 Ärztinnen und Ärzte registrieren lassen, wie BÄK-Präsident BÄK, Klaus Reinhardt in einem neuen Podcast der Reihe „Sprechende Medizin“ berichtet.
Auf der Plattform können sich Ärzte registrieren, um in der Ukraine und etwa in den Nachbarstaaten im Rahmen von internationalen Organisationen medizinische Hilfe zu leisten. Die BÄK fungiert dabei als Vermittler.
In ehrenamtlicher Regie entstand kürzlich die Plattform MedicalBridge.eu. Sie will die Logistik von medizinischem Bedarf in der Ukraine verbessern. Dabei gehe es um einen Shop für verifizierte Krankenhäuser, Gesundheitseinrichtungen und offizielle Stellen der Ukraine, sagte der Berliner Mediziner und Mitinitiator der Plattform, Henning Thole.
Die Einrichtungen könnten auf der Onlineplattform oder per E-Mail ihren Bedarf an Medikamenten und medizinischer Ausrüstung direkt bestellen oder melden. Hersteller und Hilfsorganisationen könnten zudem über die Plattform das sichtbar machen, was sie spendeten oder beschafften.
Das Projekt wird unter anderem von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) unterstützt, aus deren Netzwerk einige der Spezialisten der Initiative stammen.
Eine weitere neue Plattform bezieht sich auf die künftige Verteilung von Kriegsverletzten aus der Ukraine auf Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen (NRW).
„Mithilfe eines web-basierten Zentralregisters, das schon bei der Verteilung der COVID-19-Patienten aus den europäischen Nachbarländern genutzt und das am Universitätsklinikum Münster (UKM) implementiert wurde, wird bei Bedarf ab sofort auch die Verteilung von Kriegsverletzten im Zuge der freiwilligen Übernahme auf Kliniken in Nordrhein-Westfalen unterstützt“, erläuterte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).
Kliniken können sich mit ihren Kapazitäten beim Register melden. Bei der zu erwartenden Verteilung von Kriegsopfern aus der Ukraine kann die Verteilstelle in Köln dann auf die in dem Register gemeldeten Ressourcen zurückgreifen.
Stand 4. April 2022 hätten sich bereits 219 Kliniken registriert. Die Bettenangebote – 41 Intensiv-/166 Normalkapazitäten – über das Portal könnten von den Kliniken täglich aktualisiert werden, berichtet Vincent Hofbauer vom Universitätsklinikum Münster. Aktuell sind der Landesregierung zufolge noch keine Verlegungen kriegsverletzter Menschen aus der Ukraine nach NRW erbeten worden.
Fünf Fachverbände haben heute eine unbürokratische Unterstützung für geflüchtete Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung gefordert. Dazu müsse der Zugang zu Leistungen der Eingliederungshilfe ermöglicht werden, erklärten die Fachverbände für Menschen mit Behinderung.
Nach den aktuell geltenden Regeln des Sozialgesetzes haben Asylbewerber keinen Anspruch auf etwa heilpädagogische Leistungen, Hilfsmittel oder Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.
Die Verbände wiesen darauf hin, dass es einzelne Träger der Eingliederungshilfe gebe, die mit einer Ausnahmeregelung bereits entsprechende Leistungen bewilligten. Es brauche daher eine eindeutige und verbindliche, bundesrechtliche Regelung.
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