Ärzteschaft

Ärztegewerkschaft gegen Revision des Arbeitszeitgesetzes

  • Freitag, 16. Juni 2017

Berlin – Der Marburger Bund (MB) hat Forderungen zur Revision des Arbeitszeitgeset­zes vehement zurückgewiesen. Der Rahmen sei bereits jetzt sehr weit gesetzt und ermögliche flexible Regelungen, sagte der zweite MB-Vorsitzende Andreas Botzlar heute.

„Das Arbeitszeitrecht setzt Grenzen, die aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht überschritten werden dürfen. Dazu gehört die Mindestruhezeit, die in der Europäischen Arbeitszeitrichtlinie verankert ist“, betonte Botzlar. Forderungen von Arbeitgeber­verbänden nach einer „wochenbezogenen Betrachtung“ der Arbeitszeit erteilte er eine Absage.

„Das sogenannte digitale Zeitalter mag die Wünsche der Arbeitgeber verändern – es verändert aber nicht die biologischen Grundlagen des Lebens und damit auch nicht das dem Gesundheitsschutz dienende Erholungsbedürfnis der Arbeitnehmer“, erklärte der MB-Vorsitzende. Jeder habe das Recht auf arbeitsfreie Ruhephasen – nicht nur im Urlaub.

Botzlar zufolge nimmt die Diskrepanz zwischen den tatsächlichen und den bevorzug­ten Wochenarbeitszeiten stetig zu. Darauf müssten Arbeitgeber dringend reagieren, um nicht dauerhaft hochqualifizierte Fachkräfte zu verlieren, die sich für andere Bereiche außerhalb der kurativen Medizin entscheiden. „Wir brauchen flexible Arbeitszeitrege­lungen, die auch Teilzeitarbeit ermöglichen, mehr Planbarkeit bei der Dienstplan­gestaltung und mehr Personal im ärztlichen wie pflegerischen Dienst“, sagte er.

hil/sb

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung