Ärzteschaft

Ärztekammer für mehr Medizinstudienplätze in Nordrhein-Westfalen

  • Montag, 20. Juni 2022
/thodonal, stock.adobe.com
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Münster – Die Kammerversammlung der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) hat vorgestellt, welche ge­sundheitspolitischen Weichenstellungen sie von der neuen schwarze-grünen Landesregierung in Nordrhein-Westfalen (NRW) erwartet.

Weit oben auf der Liste steht der Ausbau der Medizinstudienplätze und eine bessere Verzahnung der ambu­lanten und stationären Versorgung. Zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung habe es in Deutschland 15.000 Stu­dien­plätze für Medizin gegeben, jetzt seien es noch knapp 10.000, sagte ÄKWL-Präsident Johannes Albert Gehle.

Auch in NRW seien seit Anfang der 1990-er-Jahre etwa 1.000 Studienplätze für Medizin abgebaut worden. „Die Erhöhung der Studienplätze in Bielefeld und Witten durch die alte Landesregierung reicht nicht aus“, sagte Gehle vor diesem Hintergrund.

Die neue medizinische Fakultät in Ostwestfalen-Lippe verfügte zum Winterse­mester 2021/22 über 60 Studi­en­plätze. Wichtig ist laut der Kammerversammlung außerdem, die ambulante Bedarfs- und die stationäre Krankenhausplanung rasch zu einer sektorenübergreifenden Versorgungsplanung zu vereinen. Dies solle dazu beitragen, Versorgungsbrüche an den Sektorengrenzen zu überwinden und eine flächendeckende Grundver­sorgung sicherzustellen.

Zudem sprach sich Gehle für mehr Engagement der Landespolitik bei der Krankenhausfinanzierung aus. „Die Investitionsmittel müssen aber dauerhaft das erforderliche Niveau erreichen, wenn die neue Krankenhaus­planung nachhaltig erfolgreich sein soll“, sagte der Kammerpräsident.

Wichtig sei zudem, dass sich die neue Landesregierung auf Bundesebene für eine Reform der Krankenhaus­ver­gütung einsetze. „Wenn die massiven Fehlanreize des Fallpauschalensystems fortbestehen, laufen alle Bemühungen des Landes um eine bessere Struktur der Krankenhausversorgung ins Leere“, warnte Gehle.

Der Kammerpräsident begrüßte, dass über den sogenannten Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) in NRW inzwischen 470 neue Stellen geschaffen worden seien, davon 80 im ärztlichen Dienst. „Der ÖGD muss wieder zu einem attraktiven Arbeitsplatz für Ärztinnen und Ärzte und zu einer tragfähigen dritten Säule des Gesundheitswesens werden“, betonte Gehle.

hil

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