Ärzteschaft

Ärztekammer kritisiert unzureichende Förderung des öffentlichen Gesundheitsdienstes

  • Freitag, 19. März 2021
Johannes Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe. /picture alliance, Federico Gambarini
Johannes Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe. /picture alliance, Federico Gambarini

Münster – Der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) hat anlässlich des heutigen Tages des Gesund­heits­amtes gefordert, dass der Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) endlich umgesetzt werden müsse.

Die Situation der Gesundheitsämter habe sich auch nach einem Jahr der Coronabekämpfung nicht we­sent­lich gebessert, kritisierte AKWL-Präsident Johannes Albert Gehle. Es fehle immer noch eine langfristige und nachhaltige Förderung, die eine verbesserte personelle, strukturelle und finanzielle Ausstattung der Gesundheitsämter gewährleiste.

Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung zur Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes reichten nicht aus, das notwendige Personal zu gewinnen, so der Kammerpräsident. Gehle plädierte zudem dafür, eine Stiftungsprofessur für fünf Jahre an der Universität Bielefeld einzu­richten.

Diese soll zur Stärkung der wissenschaftlichen Arbeitsgrundlagen des ÖGD, zur Verankerung von univer­si­tärer Forschung und Lehre zu ÖGD-spezifischen Themengebieten sowie zur wissenschaftlichen Analyse und Bewertung des regionalen pandemischen Ausbruchsgeschehens unter besonderer Berücksichtigung der Erfordernisse des ÖGD beitragen.

„Der Öffentliche Gesundheitsdienst ist eine unverzichtbare Säule unseres Gesundheitswesens und muss dringend dauerhaft gestärkt werden“, mahnte der Kammerpräsident. Ein schlecht ausgestatteter und strukturell sowie personell ausgebluteter Gesundheitsdienst stelle eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung dar. „Und dies nicht nur während einer Pandemie“, so Gehle.

hil/sb

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