Ärztekammer kritisiert unzureichende Förderung des öffentlichen Gesundheitsdienstes

Münster – Der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) hat anlässlich des heutigen Tages des Gesundheitsamtes gefordert, dass der Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) endlich umgesetzt werden müsse.
Die Situation der Gesundheitsämter habe sich auch nach einem Jahr der Coronabekämpfung nicht wesentlich gebessert, kritisierte AKWL-Präsident Johannes Albert Gehle. Es fehle immer noch eine langfristige und nachhaltige Förderung, die eine verbesserte personelle, strukturelle und finanzielle Ausstattung der Gesundheitsämter gewährleiste.
Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung zur Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes reichten nicht aus, das notwendige Personal zu gewinnen, so der Kammerpräsident. Gehle plädierte zudem dafür, eine Stiftungsprofessur für fünf Jahre an der Universität Bielefeld einzurichten.
Diese soll zur Stärkung der wissenschaftlichen Arbeitsgrundlagen des ÖGD, zur Verankerung von universitärer Forschung und Lehre zu ÖGD-spezifischen Themengebieten sowie zur wissenschaftlichen Analyse und Bewertung des regionalen pandemischen Ausbruchsgeschehens unter besonderer Berücksichtigung der Erfordernisse des ÖGD beitragen.
„Der Öffentliche Gesundheitsdienst ist eine unverzichtbare Säule unseres Gesundheitswesens und muss dringend dauerhaft gestärkt werden“, mahnte der Kammerpräsident. Ein schlecht ausgestatteter und strukturell sowie personell ausgebluteter Gesundheitsdienst stelle eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung dar. „Und dies nicht nur während einer Pandemie“, so Gehle.
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