Ärzteschaft

Ärztenetz und Klinik: Zusammenarbeit bewährt sich in Ostwestfalen

  • Mittwoch, 18. Januar 2017

Detmold – Ein positives Fazit ihrer engen Zusammenarbeit im Kreis Lippe in Ostwest­falen ziehen das Klinikum des Landkreises und die rund 130 Ärzte des Ärztenetzes Lippe. Be­sonders ein externes Casemanagement, das die Patienten sektoren­über­greifend be­treut, hat sich nach der Erfahrung von Klinik und Ärztenetz bewährt. So haben die beiden Akteure die ursprüngliche Zielgruppe der geriatrischen Patienten inzwischen auf chro­nisch kranke Erwachsene mit komplexen Versorgungsverläufen erweitert.

Im „Regionalen Versorgungskonzept Lippe“ – so der Name des Vorhabens – unterstütz­ten besonders qualifizierte Gesundheits- und Krankenpflegekräfte die Ärzte in Klinik und Praxis als Casemanager. Sie ermöglichen eine reibungslose, individuell angepasste Ver­sorgung der Patienten – unabhängig davon, ob diese im Krankenhaus oder bei ihrem Haus­arzt beziehungsweise Facharzt behandelt werden.

Die Casemanager kennen beispielsweise die besonderen Bedürfnisse einzelner chro­nisch Kranker und älterer Menschen. Sie unterstützen dabei, die eigene Wohnsituation und das soziale Umfeld so zu gestalten, dass Patienten zu Hause leben können. Außer­dem kommunizieren sie die besonderen Versorgungsbedürfnisse an die entsprechen­den Ärzte in Klinik und Praxis.

„Die Arbeit unserer Gesundheitshelferinnen hat maßgeblich dazu beigetragen, die statio­näre und ambulante Versorgung im praktischen Arbeitsprozess zu verzahnen“, erläuterte Helmut Middeke, medizinischer Geschäftsführer des Klinikums. Es sei ein großer Vorteil, dass die häusliche Situation der Patienten den Klinikärzten bei der stationären Aufnahme über die Casemanager exakt bekannt sei. Dies trage auch maßgeblich zu einem zielge­richteten Entlassungsmanagement bei, so Middeke.

Welche Patienten für das sektorenübergreifende Casemanagement infrage kommen, entscheidet immer ein Arzt: Niedergelassene oder Klinikärzte melden Patienten für die spe­zielle Versorgungsform an. Die Gesundheitshelferinnen koordinieren ihre Arbeit dann in Abstimmung mit den zuständigen Medizinern.

„Der Einsatz der Gesundheitshelferinnen wird von unseren Ärzten deutlich als Entlas­tung wahrgenommen, insbesondere im Rahmen der Versorgung komplex erkrankter Patienten mit Polymedikation und bestehenden beziehungsweise sich abzeichnenden Funktions­ein­bußen“, erläuterte Constanze Liebe, Geschäftsführerin des Ärztenetzes. Ihrer Erfah­rung nach ist das sektorenübergreifende Casemanagement ein zukunfts­weisender An­satz, „um die Gesundheitsversorgung bei einer immer größeren Zahl hochbetagter Pa­tienten im ländlich geprägten Kreis Lippe langfristig auf hohem Niveau zu gewährleisten“, so Liebe.

Das „Regionale Versorgungskonzept Lippe“ ist in den Jahren 2010 bis 2013 im Rahmen eines Förderprojektes des Landes Nordrhein-Westfalen entstanden. Seit dem Auslaufen der Anschubfinanzierung durch das Land erfolgt die Finanzierung der Strukturen über das Modellprojekt „Optimierung der ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen“, das die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) im Jahr 2014 mit allen Kranken­kassen im Landesteil aufgelegt hat, und über weitere Versorgungsverträge.

hil

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