Ärzteschaft

Ärztetag fordert besseren Schutz von Ärzten vor Gewalt

  • Donnerstag, 10. Mai 2018
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/Gebhardt

Erfurt – Der 121. Ärztetag in Erfurt hat an Politik und Gesellschaft appelliert, mehr Anstrengungen zu unternehmen, Ärztinnen und Ärzte, medizinisches Personal und Rettungskräfte vor Gewalt und Aggressionen zu schützen. Derzeit nehme die Aggressivität in der Gesellschaft zu und der Respekt ab, meinten die Delegierten. So hätten neun von zehn Allgemeinmedizinern in ihrer Praxis schon einmal Aggression erleben müssen.

Konkret forderten die Delegierten den Gesetzgeber dazu auf, auch Ärzte und medi­zinisches Personal in den § 115 Strafgesetzbuch aufzunehmen. Bei einer Novellierung des Strafgesetzbuches im vergangenen Jahr sei das Strafmaß für tätliche Angriffe auf Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungsdienstmitarbeiter erhöht worden. Ärzte und medizinisches Personal würden hingegen nicht berücksichtigt.

Johannes Grundmann von der Ärztekammer Bremen nannte Gründe für die zuneh­mende Gewaltbereitschaft: „Patienten und Angehörige haben eine zunehmende allgemeine Anspruchshaltung, sie haben hohe Erwartungen an Serviceleistungen im Gesundheitswesen. Denn der Patient versteht sich immer mehr als Kunde.“ Bei langen Wartezeiten reagiere er deshalb mit Ungeduld und Unverständnis. Probleme gebe es auch, wenn Ärzte den Patientenansturm nicht bewältigen und manche Patienten nicht behandeln könnten. Unverständnis führe dann in manchen Fällen zu Aggression.

Die Delegierten forderten darüber hinaus, dass die Berichts- und Meldekultur bei Gewalt gegen Ärzte verbessert werden müsse. Denn da heute nur jeder vierte tätliche Angriff zur Anzeige gebracht werde, kämen bislang viele Täter ungeschoren davon.

fos

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