Ärzteverbände fordern Entbudgetierung von Grundleistungen
Berlin – Die Grundleistungen in allen medizinischen Fächern aus dem Budget zu nehmen und damit die geltenden Mengenbegrenzungen aufzuheben, fordert der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). Die Delegiertenversammlung des Verbandes appellierte gestern in Berlin, die Leistungen zu festen Beträgen außerhalb der gedeckelten Gesamtvergütung zu vergüten.
Anfang November hatte sich bereits der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte gewünscht, die Budgetierung aller Leistungen der Grundversorgung zu beenden. Damit setze man die nötigen Anreize, die wohnortnahe fachärztliche Versorgung zu stärken, heißt es in einer von der Mitgliederversammlung einstimmig verabschiedeten Resolution.
Die Entbudgetierung steht auch auf der Forderungsliste des Verbandes Freie Ärzteschaft. „Die ambulante Medizin in den Arztpraxen wird immer weiter an die Wand gedrückt. Wir brauchen dringend eine Kehrtwende, damit wir unsere Patienten wieder so behandeln können, wie diese es brauchen“, erklärte dessen Vorsitzender Wieland Dietrich heute in Essen.
Der Berufsverband der Augenärzte plädierte außerdem auf seiner Delegiertenversammlung dafür, die Kassenfinanzierung paramedizinischer Leistungen zu stoppen. „Es ist aus augenärztlicher Sicht unerträglich, dass Krankenkassen alternativ- und paramedizinische Leistungen ohne jeden Evidenznachweis bezahlen“, kritisierte der Vorstandsvorsitzende Bernd Bertram. Im Gegenzug blockierten oder verzögerten die Krankenkassen die Aufnahme wichtiger Leistungen mit kaum erfüllbaren Evidenzforderungen, so der Vorwurf des Verbandes.
Der BVA fordert daher, in den Stellungnahmeverfahren des Gemeinsamen Bundesausschusses neben den wissenschaftlichen Fachgesellschaften auch den ärztlichen Berufsverbänden die Möglichkeit zur Eingabe zwingend zu gewähren. Gleiches müsse für die Gutachten des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen gelten, so der Verband.
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