Ärzteschaft

Aktuelle Informationen zu potenziellen COVID-19-Therapie­ansätzen

  • Donnerstag, 14. Mai 2020

Berlin – Eine fortlaufend aktualisierte Tabelle der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hilft klinisch tätigen Ärzten den Überblick über die Vielzahl medika­men­­töser Therapieansätze zu behalten, die derzeit zum Einsatz bei COVID-19 untersucht werden.

Zugelassen ist in Europa noch kein Arzneimittel zur Behandlung der von SARS-CoV-2 aus­gelösten Erkrankung. Doch zusätzlich zur Überprüfung in klinischen Studien werden eini­ge Arzneimittel bereits off-label oder im Rahmen individueller Heilversuche eingesetzt.

Die Tabelle umfasst zu verschiedenen antiviralen und immunmodulatorischen Arznei­mitteln jeweils eine Auflistung der Studien, in denen die Substanzen bereits untersucht wurden, sowie Angaben zu Dosierungen. Letztere seien nicht als Empfehlung der AkdÄ zu verstehen, heißt es in einer Veröffentlichung in Arzneiverordnung in der Praxis.

Dargestellt würden verfügbare Informationen zur Dosierung aus Studien beziehungs­weise Empfehlungen anderer Institutionen wie zum Beispiel der WHO oder des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Ergänzt wird die Tabelle durch Angaben zu Off-Label-Use, individuellen Heilversuchen, Zulassungen (außerhalb Europas), Kontraindikationen und möglichen Nebenwirkungen.

Die meisten der dargestellten Arzneimittel sind bereits für andere Indikationen zugelass­en, zum Teil jedoch nur in einzelnen Ländern außerhalb Europas. Die Datenbasis zum Ein­satz dieser Arzneimittel bei COVID-19 ist derzeit noch sehr eingeschränkt.

Aufgrund der Vielzahl aktuell laufender klinischer Studien sei jedoch in der nächsten Zeit mit der Veröffentlichung weiterer Daten zu rechnen, weshalb die Tabelle auf der Home­page der AkdÄ regelmäßig aktualisiert werde.

Wissenschaftliche Standards müssen eingehalten werden

So zahlreich die laufenden Studien auch sind, ob sie tatsächlich die nötigen Erkenntnisse bringen werden, um die untersuchten Arzneimittel bei COVID-19 rational einzusetzen, bleibt der AkdÄ zufolge abzuwarten. Auch in der momentanen Ausnahmesituation der Coronapandemie müssten wissenschaftliche Standards hinsichtlich Design und Qualität von Studien eingehalten werden, um valide Erkenntnisse zu erzielen.

Die AkdÄ betont, dass derzeit noch für kein Arzneimittel die Wirksamkeit und Sicherheit bei Patienten mit COVID-19 abschließend beurteilt werden könne. Angesichts möglicher schwerer Nebenwirkungen sei die Anwendung bei COVID-19 ein riskantes Vorgehen mit einem derzeit unbekannten Nutzen-Risiko-Verhältnis für die Patienten.

Ihre Empfehlung lautete daher, die Arzneimittel vorläufig nur im Rahmen von klinischen Studien bei COVID-19-Patienten einzusetzen. Außerhalb dieser Studien handele es sich bei allen Ansätzen um therapeutische Heilversuche beziehungsweise Off-Label-Use auf­grund einer Einzelfallentscheidung.

nec

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