Alkohol wird weniger alltäglich

Köln – Immer weniger Menschen in Deutschland trinken Alkohol: Das zeigen heute veröffentlichte Daten des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Im vergangenen Jahr hätten 68 Prozent angegeben, Alkohol zu trinken, heißt es konkret. Zehn Jahre zuvor, im Jahr 2015, habe dieser Anteil noch bei 78 Prozent gelegen.
Jüngere Befragte trinken demnach besonders selten Alkohol: In der Generation Z (geboren ab 1997) geben dies nur 61 Prozent an. Unter den Millennials (Geburtsjahrgänge 1981 bis 1996) sind es 71 Prozent, unter den Babyboomern (geboren vor 1964) etwa zwei Drittel (65 Prozent). „Alkohol verliert zunehmend an Alltäglichkeit“, erklärte Anouk Buskens von YouGov.
38 Prozent derjenigen, die in den vergangenen fünf Jahren ihren Alkoholkonsum reduziert haben, nannten dafür gesundheitliche Gründe. Aktionen wie der „Dry January“ verstärkten diesen Trend, sagte Buskens: „Alkohol wird häufiger bewusst weggelassen – mit der Folge, dass Konsumenten insgesamt weniger und auch seltener alkoholhaltige Getränke kaufen.“
Immer mehr Menschen nutzen demnach den ersten Monat des Jahres, um komplett auf alkoholische Getränke zu verzichten. Zwar sei der Januar immer schon ein absatzschwacher Monat für Bier, Wein und Co. gewesen – doch seit 2022 zeige sich ein kontinuierlicher Rückgang. Im Coronajahr 2021 hätten zu Jahresbeginn noch 60,7 Millionen Menschen hierzulande Alkoholika gekauft. Im Folgejahr waren es noch 57,7 Millionen und zuletzt 51,2 Millionen.
Nach jüngsten Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gibt es keine risikofreie Menge für einen unbedenklichen Alkoholkonsum: Selbst geringe Mengen könnten das Risiko für Krankheiten, Unfälle und Verletzungen erhöhen.
Die Daten basieren laut Angaben einerseits auf YouGov Surveys, für die 2.011 Personen ab 18 Jahren repräsentativ befragt wurden – andererseits auf dem YouGov Haushaltspanel, das das faktische Kaufverhalten abbildet.
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