Politik

Altenpflege: Landesregierung kündigt mehr Schulplätze in Schleswig-Holstein an

  • Dienstag, 10. Oktober 2017
/Kzenon, stock.adobe.com
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Rendsburg – Die vom Land Schleswig-Holstein geförderten Ausbildungsplätze in der Altenpflege sollen im kommenden Jahr auf 2.100 erhöht werden. Das hat Landes­gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) im Rahmen einer Mitgliederversammlung der schleswig-holsteinischen Landesgruppe des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) angekündigt.

„Dafür und zur Sicherung der Qualität der Ausbildung wollen wir 2018 und 2019 jeweils eine Million Euro zusätzlich im Landeshaushalt einstellen“, sagte der Minister. Er gab zugleich bekannt, Landesstipendien für ein pflegewissenschaftliches Studium zu schaffen. „Damit machen wir den Pflegeberuf attraktiver und bringen der Pflege zusätzliche Wertschätzung entgegen“, erklärte er.

Erhöhung der Plätze war verschoben worden

Das akademische Angebot sei aber kein Allheilmittel; der generelle Zugang müsse niedrigschwellig bleiben. „Wir müssen gemeinsam alles unternehmen, um die pflegerische Versorgung auch zukünftig sicherzustellen“, betonte Garg mit Blick auf die anstehende Reform der Pflegeausbildung.

Im laufenden Jahr betrug die Zahl der landesgeförderten schulischen Ausbildungs­plätze nach Ministeriumsangaben in Schleswig-Holstein 1.960. 2016 waren es 1.800 Plätze, obwohl ursprünglich von der damaligen SPD-geführten Landesregierung 2.100 Plätze angekündigt worden waren. Die Mittel seien damals stattdessen für eine Erhöhung des monatlichen Förderbetrags um 20 Euro pro Platz zur Verbesserung der Ausbildungsqualität eingesetzt worden, erklärte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblattes.

Der bpa-Landesvorsitzende Mathias Steinbuck stellte klar, dass das Land sämtliche Wege frei machen müsse, um genug Fachkräfte für die Altenpflege in Schleswig-Holstein gewinnen zu können. „Die Förderung der akademischen Qualifizierung von Leitungskräften in der Pflege durch das Land ist erfreulich. Entscheidend für die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung von morgen ist jedoch die Gewinnung von Fachkräften“, erklärte er. Deshalb sei es wichtig, Menschen mit Hauptschulabschluss und mittleren Bildungsabschlüssen die Möglichkeit zu bieten, den Beruf zu ergreifen.

may/EB

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