Ampelpläne von Krankenhäusern, Chirurgen und Psychotherapeuten begrüßt

Berlin – Die im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP vorgestellten Vorhaben zur Gesundheitspolitik werden seitens der Krankenhäuser und Psychotherapeuten begrüßt. Auch der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) äußerte sich positiv.
Aus Sicht der Krankenhäuser stellt der Vertrag eine sehr gute Arbeitsgrundlage für die kommenden vier Jahre dar. „So verstehen wir die Ankündigung der Koalition zu einem Bund-Länder-Pakt bei der Krankenhauspolitik als den Aufbruch in eine neue Zeit des Dialogs und der politischen Verantwortung“, sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß. Man nehme insgesamt Signale wahr, den „bisher schmerzhaften kalten Strukturwandel“ jetzt endlich beenden zu wollen.
Begrüßenswert sei unter anderem die Absicht der künftigen Koalitionäre, das von Verdi, Deutschem Pflegerat und DKG gemeinsam erarbeitete Pflegepersonalbedarfsbemessungsinstrument (PPR 2.0) kurzfristig umzusetzen. „Es ist eine ganz wichtige Botschaft der neuen Regierung, das die Pflegenden in den Krankenhäusern als Aufbruch verstehen werden. Der Fachkräftemangel in der Pflege ist eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre“, so Gaß.
Auch die geplante Weiterentwicklung des Systems der diagnosebezogenen Fallpauschalen (DRG) und die Initiative zur Aufweichung der Sektorentrennung im deutschen Gesundheitssystem sieht die DKG positiv. Entscheidend werde nun sein, dass die künftige Koalition ihre Pläne in den kommenden vier Jahren auch abschließend umsetzen kann.
Der BDC begrüßt den bei Krankenhausplanung und -finanzierung gezeigten Reformwillen der Ampelkoalitionäre ebenfalls. „Bei alldem müssen wir aber ein gesundes Maß finden. Reformen sind insgesamt gut, wenn der Saldo zwischen Aufwand und Nutzen positiv ist, insbesondere, wenn ein deutliches qualitatives Plus in der Versorgung der Bevölkerung daraus resultiert. Reformen dürfen aber nicht zum Selbstzweck werden. Vor allem dürfen wir die Leistungserbringer nicht mit noch mehr bürokratischen Vorgaben belasten“, betonte Hans-Joachim Meyer, Präsident des BDC. Das geplante Bürokratieabbaupaket müsse dringend auch wirklich umgesetzt werden.
Der vorgesehene Ausbau der Versorgung an der Sektorengrenze ist aus Sicht des BDC „naheliegend und sachgerecht“. Allerdings müsse der Gesetzgeber klarstellen, dass Leistungserbringer sowohl aus dem ambulanten als auch dem stationären Sektor in diesem Grenzbereich versorgen dürfen“, so Jörg Rüggeberg, Vizepräsident des BDC.
„Die neue Bundesregierung will die Versorgung psychisch kranker Menschen verbessern“, stellte Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), positiv fest. So seien im Koalitionsvertrag ausdrücklich die monatelangen Wartezeiten auf ambulante Behandlungsplätze und entsprechende Reformen erwähnt. Auch der geplante Ausbau von ambulanten Komplexleistungen sei zu begrüßen.
Mit der Stärkung der leitliniengerechten psychotherapeutischen Versorgung in psychiatrischen Krankenhäusern sei ein weiteres zentrales Problemfeld benannt und Abhilfe versprochen, so Munz.
Dass die neue Bundesregierung für fremdsprachige Patienten die Sprachmittlung bei notwendiger medizinischer Behandlung durch die gesetzliche Krankenversicherung finanzieren will, schätzt die BPtK ebenfalls als Erfolg ein. „Für viele psychisch kranke Menschen, die nicht oder noch nicht deutsch sprechen wird damit der Weg in die Behandlung geebnet“, betonte Munz.
„Wir begrüßen den heute vorgestellten Koalitionsvertrag, in dem sich die Forderungen unseres Verbands zu großen Teilen wiederfinden“, kommentierte Gebhard Hentschel, Bundesvorsitzender der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) die Pläne der Ampelkoalition.
Man freue sich über das Bekenntnis der Koalition zu einer sektorenübergreifenden, flächendeckenden und bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung, bei der die ambulante und stationäre psychotherapeutische Versorgung besondere Aufmerksamkeit erfordere.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: