Appell zur Hautkrebsvorsorge: Fast 457.000 Unterschriften gesammelt

Berlin – Aus der Zivilgesellschaft kommt Kritik an der geplanten Kürzung bei der Hautkrebsvorsorge im Zuge der Gesundheitsreform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU).
Bis heute Mittag unterzeichneten knapp 457.000 Menschen einen Appell der Organisation Campact, der fordert, die Kosten im Gesundheitssystem gerechter zu verteilen und zentrale Leistungen von den Krankenkassen zu erhalten – so etwa die Hautkrebsvorsorge.
Diese kostenfreie Früherkennung von Hautkrebs könnte entfallen, würden die Pläne zur Stabilisierung der Beitragssätze für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) so umgesetzt werden. Die kürzlich vorgestellten Reformpläne sollen möglichst noch in diesem Monat vom Kabinett beschlossen werden und bis zur Sommerpause durch den Bundestag gehen.
Die Kampagnenorganisation wies darauf hin, dass sich die Zahl der Hautkrebsfälle in den vergangenen Jahren deutlich erhöht habe und Früherkennung eine „gute und schonende Behandlung“ ermögliche.
„Sparen auf Kosten unserer Gesundheit ist der falsche Weg. Wer bei der Vorsorge kürzt, riskiert, dass Hautkrebs viel zu spät entdeckt wird“, warnte Antonia Becher von Campact. Gesundheitsministerin Warken müsse statt der Belastungen für die Patienten die Pharmaindustrie stärker in die Verantwortung nehmen.
Campact will übermorgen vor dem Kanzleramt demonstrieren und auf den Appell aufmerksam machen. Dort tagt ab dem Vormittag das Bundeskabinett.
Die Pläne aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sehen derzeit vor, die generelle Hautkrebsvorsorge zu streichen. Stattdessen soll der Gemeinsame Bundesausschuss Risikogruppen identifizieren und das Screening gezielter ermöglichen. Die Vorschläge gehen auf die Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit zurück.
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