Ärzteschaft

Ärzte bemängeln technische Umsetzung der elektronischen Patientenakte

  • Donnerstag, 5. Februar 2026
/Toowongsa, stock.adobe.com
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Berlin – Die große Mehrheit der Praxen nutzt bereits die elektronische Patientenakte (ePA). Unverändert hoch ist allerdings die Unzufriedenheit mit der technischen Umsetzung. Dies zeigen erste, heute vorgelegte Ergebnisse einer Onlinebefragung, die die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Ende Januar durchgeführt hat.

Demnach gaben rund drei Viertel der ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen an, sich schon Arztbriefe, Befundberichte oder andere in der ePA abgelegte Unterlagen angesehen und für die Behandlung verwendet zu haben. Ähnlich hoch liegen die Werte für die elektronische Medikationsliste, die fast 80 Prozent der Befragungsteilnehmer als hilfreich oder teils als hilfreich erachten.

Mit Blick darauf, dass die ePA erst seit gut vier Monaten bundesweit genutzt werden könne und mit der Medikationsliste erst eine Anwendung bereitstünde, seien das ausgesprochen gute Werte, betonte KBV-Vorstandsmitglied Sibylle Steiner.

Erfahrungen in anderen Ländern, die digitale Akten bereits eingeführt hätten, zeigten, dass es Jahre dauere, bis ein solches Instrument voll in den Versorgungsalltag integriert sei und auch von den Patienten genutzt werde. Die KBV verweist allerdings darauf, dass technische Aspekte nach wie vor ein großes Hemmnis bei der Nutzung der ePA darstellen.

Der Befragung zufolge berichteten fast 60 Prozent der Ärzte und Psychotherapeuten, dass sie in den vergangenen Wochen mindestens einmal nicht auf die ePA ihrer Patienten zugreifen konnten. 53 Prozent klagten über einen sehr langsamen Zugriff auf die digitale Akte. Mehr als jeder Dritte gab an, dass das Einstellen von Dokumenten teilweise nicht möglich gewesen ist. Bei 27 Prozent war seit Einführung der ePA mindestens einmal das Praxisverwaltungssystem (PVS) abgestürzt.

„Praxen, die mit ihrem ePA-Modul zufrieden sind, weil es einfach und nutzerfreundlich zu bedienen ist, bewerten den Nutzen der ePA deutlich höher“, erläuterte Steiner. Sie appellierte an die Hersteller, das Feedback der Praxen aufzugreifen und ihre Produkte, wenn nötig, nachzubessern.

Die vollständigen Ergebnisse der Befragung, an der sich rund 4.500 Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten beteiligt haben, will die KBV Ende Februar veröffentlichen.

aha

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