Ärzteschaft

Ärztekammer Nordrhein ruft nach mehr Krisenfestigkeit

  • Montag, 16. März 2026
Soldaten, die Verletzte simulieren, liegen anlässlich eines Antrittsbesuchs des Bundesverteidigungsministers beim Sanitätsdienst der Bundeswehr im Bundeswehrkrankenhaus Ulm auf Tragen. /picture alliance, Marijan Murat
Soldaten, die Verletzte simulieren, liegen anlässlich eines Antrittsbesuchs des Bundesverteidigungsministers beim Sanitätsdienst der Bundeswehr im Bundeswehrkrankenhaus Ulm auf Tragen. /picture alliance, Marijan Murat

Düsseldorf – Krankenhäuser und Arztpraxen müssen auch in Krisenlagen handlungsfähig bleiben. Das hat die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein betont und die Politik in Bund und Land aufgerufen, für mehr Krisenresilienz zu sorgen.

„Die vergangenen Jahre haben uns vor Augen geführt, wie verletzlich unser Gesundheitssystem ist“, erklärte der Präsident der Kammer, Sven Dreyer, auf der Versammlung.

Insbesondere die Krankenhäuser gehörten zur kritischen Infrastruktur, die schon jetzt Ziel von Cyberangriffen sei. Es drohten unter anderem Sabotageakte gegen die Strom-, Wasser- und IT-Infrastruktur, die das Potenzial hätten, die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung zu beeinträchtigen. 

Im Bündnis- und Verteidigungsfall gelte es darüber hinaus, nicht nur die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung aufrechtzuerhalten, sondern auch die Versorgung von verletzten Soldaten von Bundeswehr und Nato-Partnern sicherzustellen, so die Kammerdelegierten.

Wichtig seien klare Zuständigkeiten, ausreichende Behandlungskapazitäten, genügend Personal sowie ausreichende Vorräte von Arzneimitteln und Medizinprodukten, forderte das Ärzteparlament. Wichtig sei, auch die ambulante Versorgung in der nationalen Krisen- und Verteidigungsplanung zu berücksichtigen und an der Entwicklung entsprechender Konzepte zu beteiligen.

Bei dem Treffen forderte die Kammerversammlung außerdem, die telefonische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) beizubehalten sowie Maßnahmen zu ergreifen, um den Verkauf von Onlinekrankschreibungen ohne Arzt-Patientenkontakt durch private Onlineplattformen zu unterbinden.

„Wir halten die telefonische AU gerade in Infektzeiten für eine wichtige Präventionsmaßnahme, um Ansteckungsrisiken zu minimieren und zugleich zur Entlastung der Arztpraxen beizutragen“, sagte Dreyer.

Die Delegierten der Ärztekammer Nordrhein thematisierten außerdem die Teillegalisierung von Cannabis mit der Herausnahme aus dem Betäubungsmittelgesetz. Dies hatte zur Folge, dass die Menge des nach Deutschland importierten Medizinalcannabis sprunghaft angestiegen ist, was laut der Kammerversammlung vor allem auf online ausgestellte Privatrezepte ohne ausreichende Prüfung der Indikation und zum Teil sogar ohne jeden persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt zurückzuführen sei.

Das nordrheinische Ärzteparlament begrüßte daher die geplante Novellierung des Medizinal-Cannabisgesetzes und forderte außerdem mehr Forschung zum Einsatz von Cannabis in der Medizin. Die Delegierten mahnten außerdem eine Abgabe auf stark zuckerhaltige Getränke sowie ein Verbot für an Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- und Salzgehalt an.

hil

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