Politik

Auch subjektive Armut belastet die Gesundheit

  • Donnerstag, 20. Februar 2014
Uploaded: 20.02.2014 17:45:58 by mis
dpa

Berlin – Das Gefühl, arm zu sein, kann die Gesundheit älterer Menschen massiv beeinträchtigen. Das berichten die Ökonomin Maja Adena vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH und ihr Kollege Michal Myck vom DIW Berlin, Center for Economic Analysis. Für ihre Studie werteten sie Daten einer repräsentativen Befragung der über Fünfzigjährigen in Europa aus, dem „Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe“.

Ihre Ergebnisse für Deutschland und elf weitere europäische Länder zeigen: Ältere Menschen, die sich selbst als arm einschätzen, erkranken deutlich häufiger (38 Prozent) und erleiden eher einen gesundheitlichen Rückschlag (48 Prozent). Auch die Wahr­schein­lichkeit, früher zu sterben, ist bei ihnen weitaus höher – bei Männern dieser Altersgruppe um 40 Prozent.

Die Wissenschaftler unterscheiden in ihrer Studie drei Dimensionen von Armut: die Armut nach Einkommen, nach Vermögen und nach subjektiver Einschätzung. Neben der gefühlten Armut verschlechtert auch die Vermögensarmut den Gesundheitszustand. Wer über 50 ist und kaum oder wenig Vermögen hat, erkrankt deutlich häufiger und erholt sich nach einer Krankheit langsamer. Das aktuelle Einkommen macht dagegen in dieser Studie kaum einen Unterschied, wie gesund oder krank Menschen in der untersuchten Altersgruppe sind.

Die Forscher stellten bei ihren Untersuchungen kaum Überschneidungen zwischen den verschiedenen Formen von Armut fest: Nur acht Prozent der Befragten gelten nach allen drei Definitionen – Einkommen, Vermögen, subjektive Einschätzung – als arm. Die Autoren empfehlen deshalb, dass Wissenschaft und Politik zur Messung von Armut nicht nur das Einkommen heranziehen. „Es braucht weiter gefasste Armutsdefinitionen, um Altersarmut und ihre Folgen abbilden zu können“, schreiben die Wissenschaftler.

hil

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