AWMF plädiert für stärkere Verschränkung vorklinischer und klinischer Lehrinhalte im Medizinstudium

Berlin – Die vorklinischen Fächer im Medizinstudium stärker mit der späteren klinischen Ausbildung zu verschränken, fordert die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
„Der gesamte Fächerkanon der Medizin muss in Aus- und Weiterbildung enger verschränkt werden, wenn die Gesundheitsversorgung der Zukunft auf ganzheitlicher Medizin basieren soll“, sagte der Präsident der AWMF, Rolf-Detlef Treede, bei der AWMF-Delegiertenkonferenz im Mai.
Treede diskutierte dort die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Aus- und Weiterbildung in der Medizin mit dem Vorsitzenden des Rats, Wolfgang Wick, und der Präsidentin des Medizinischen Fakultätentags (MFT), Martina Kadmon. „Die Weiterentwicklung des Wissens- und Methodenbestands aller medizinischer Fächer ist essenziell für eine ganzheitliche und zukunftsorientierte Medizin“, betonte Wick.
Kadmon betonte in dem Gespräch die Bedeutung des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin (NKLM) für diesen Prozess. „Er beschreibt, welche Kompetenzen Studierende in verschiedenen Abschnitten und bis zum Ende ihres Studiums erworben haben sollten. Durch diese Transparenz kann der Katalog auch helfen, Kerncurricula, Vertiefungsangebote und Weiterbildungsinhalte besser aufeinander abzustimmen“, sagte sie.
Es sei aber zu beachten, dass die konkrete Umsetzung der Lehre an den Fakultäten standortspezifisch unterschiedliche Voraussetzungen habe, betonte die MFT-Präsidentin.
Der Wissenschaftsrat hatte Ende Oktober vergangenen Jahres „Empfehlungen zur fachlichen Entwicklung der Medizin mit einem Fokus auf vorklinische und klinisch-theoretische Fächer“, vorgelegt.
„Häufig sind vorklinische, klinisch-theoretische und klinisch-praktische Fächer an einem Standort institutionell, gedanklich sowie räumlich voneinander getrennt. Dies führt vielfach zu einer fehlenden Integration und Zusammenarbeit der medizinischen Fächer aus den unterschiedlichen Fächergruppen“, kritisiert der Wissenschaftsrat darin.
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