Baden-Württemberg verhängt Ausgangsbeschränkungen für Alten- und Pflegeheime

Stuttgart − Im Kampf gegen das Coronavirus hat die baden-württembergische Landesregierung Ausgangsbeschränkungen für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen beschlossen. Die Einrichtungen dürfen nur noch aus triftigen Gründen wie etwa zu Arztbesuchen verlassen werden, wie Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) heute nach einer Kabinettssitzung in Stuttgart erklärte.
Auch Spaziergänge sollten möglichst auf dem Gelände der Einrichtungen stattfinden oder nur noch unter strengen Auflagen im öffentlichen Raum möglich sein. Die Landesregierung wolle damit „Großlagen“ mit zahlreichen Infizierten in einem Heim vermeiden, erklärte Lucha.
Auch in Baden-Württemberg war in den vergangenen Tagen die Zahl der Infektionen in Alters- und Pflegeheimen angestiegen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden erkrankten mehr als 450 Bewohner und Pfleger in entsprechenden Einrichtungen, 43 der Menschen starben. Mit der neuen Verordnung soll den Heimträgern nach Regierungsangaben auch mehr Rechtssicherheit gegeben werden.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wies erneut darauf hin, dass „ältere Menschen und Menschen mit Grunderkrankungen ein deutlich erhöhtes Risiko haben, bei einer Infektion mit dem Coronavirus schwere Symptome wie Atemnot zu entwickeln − und schließlich daran zu sterben."
Auch er werde die Ostertage allein mit seiner Frau verbringen und seine Enkel nicht sehen. Stattdessen gebe es Videokonferenzen mit der Familie. „Zum Glück gibt es diese Technik − sonst wäre das alles ja nur schwer auszuhalten“, sagte Kretschmann.
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