BÄK plädiert für europäische Produktion von Schutzausrüstung und Medikamenten

Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) tritt dafür ein, medizinische Güter, die zur Pandemiebekämpfung nötig sind, in Deutschland und Europa herzustellen. „Es darf nie wieder vorkommen, dass in einer Pandemie der Schutz von Ärzten und Patienten von in Fernost gefertigten Cent-Artikel abhängt“, sagte die Vize-Präsidentin der BÄK, Ellen Lundershausen.
Die Ankündigung des Bundeswirtschaftsministeriums, die Produktion von medizinischen Schutzmasken in Deutschland finanziell zu fördern, sei daher eine richtige politische Entscheidung, betonte sie.
Lundershausen wies daraufhin, dass es nicht nur darum gehe, überhaupt über Schutzausrüstung zu verfügen, sondern auch um deren Qualität. Im „Schutzmasken-Chaos der ersten Infektionswelle“ seien massenhaft mangelhafte und auch falsch deklarierte Schutzkleidung an Ärzte und Kliniken zugeteilt worden.
„Solche Mängel sind keine Petitesse, sie bedeuten für Ärzte und andere Gesundheitsberufe akute Gefahr für Leib und Leben. Solche Mängel müssen dringend ausgeschlossen werden“, betonte die BÄK-Vizepräsidentin.
„Ebenso muss sichergestellt werden, dass es unter Pandemiebedingungen nicht zu Lieferengpässen und Qualitätsdefiziten bei Arzneimitteln kommt“, sagte Lundershausen. Die Bundesregierung sollte daher die deutsche EU-Ratspräsidentschaft dafür nutzen, die Produktion besonders wichtiger Arzneimittel nach Europa zurückzuholen.
„Die zuständigen Behörden können ihre Überwachungsfunktion bei Standorten in Europa sehr viel besser ausüben als dies bei Produktionsstandorten in Drittstaaten der Fall ist“, sagte sie. Zudem seien kürzere Lieferketten von der Rohstoffherstellung bis zur Ausgabe der Arzneimittel in den Apotheken besser nachvollziehbar.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: