Ärzteschaft

COVID-19: BÄK-Präsident Reinhardt fordert fallbezogene Isolierung

  • Montag, 20. Juli 2020
Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer /dpa
Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer /dpa

Berlin – Zur weiteren Eindämmung der Coronapandemie in Deutschland fordert Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), die Einführung einer schnellen, fall­bezogenen Isolierung. „Cluster-Isolierung ist meines Erachtens die pragmatischste Art, mit der Pandemie umzugehen“, sagte Reinhardt. Er verwies auf das Beispiel Japan.

Wenn dort mehr als fünf Infektionsfälle bei einem Ereignis oder an einem Veranstal­tungs­ort gemeldet werden, würden alle Kontaktpersonen möglichst schnell lückenlos identifiziert und in häuslicher Quarantäne untergebracht. So könne man, noch bevor zu einer großen Testung komme, die Infektionsketten unter­brechen.

Nach aktuellen wissenschaftlich-medizinischen Erkenntnissen sei eine Woche Quarantä­ne völlig ausreichend. Länger sei die Infektiosität von COVID-19 nicht anzusetzen. Bei so einem Vorgehen brauche man auch keine großen Reihentestungen von Menschen ohne Symptomen.

Urlauber mahnte Reinhardt auch auf ihren Reisen zur Einhaltung der derzeit überall übli­chen Vorsichtsmaßnahmen gegen SARS-CoV-2. „Ausreisesperren dürfen nur die Ultima ratio sein“, forderte Reinhardt. Es sei gut, dass Bund und Länder das Infektionsgeschehen nun lokal begrenzen wollen.

Bund und Länder hatten jüngst die Möglichkeit lokaler Ausreisesperren vereinbart, wenn die Zahl von Infektionen in einem betroffenen Gebiet weiter steigt oder es keine Ge­wissheit gibt, dass die Infektionsketten unterbrochen sind

Mit der Einhaltung geltender Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen und einer Strategie der Cluster-Isolierung könne es durchaus gelingen, die Infektionszahlen auf dem aktuell nie­drigen Niveau zu halten und einen zweiten Lockdown zu verhindern, betonte der BÄK-Präsident.

dpa

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