Bayern: SPD-Gesundheitsexpertin fordert mehr Personal für die Pflege
München – Die SPD-Gesundheitspolitikerin Kathrin Sonnenholzner fordert von der Staatsregierung tatkräftiges Einschreiten gegen den befürchteten Pflegenotstand. „Beim Pflegepersonal sind die Unzufriedenheit mit dem Beruf und der Krankenstand bereits jetzt extrem hoch“, sagte die Vorsitzende des neuen Gesundheitsausschusses im Landtag. Sie forderte für Krankenhäuser und andere Pflegeeinrichtungen einen Personalschlüssel, wie es ihn für Bayerns Kindergärten bereits gibt. „Wir müssen einen verlässlichen Maßstab entwickeln.“
Nach dem Pflegereport 2030 der Bertelsmann-Stiftung könnte in Bayern die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2030 um die Hälfte steigen - in München ist laut Studie sogar eine Verdopplung möglich. In einer weiteren Studie der bayerischen Wirtschaft („Pflegelandschaft 2030“) wird ein deutschlandweiter Zusatzbedarf von 737.000 Pflegekräften bis 2030 prognostiziert.
Deswegen verlangt die SPD einen Bericht von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) über mögliche Gegenmaßnahmen. „Die Frage ist, ob wir in Bayern genügend Krankenpflegekräfte ausbilden“, sagte Sonnenholzner. Voraussetzung für die Personalplanung seien genaue Berechnungen des jetzigen Personalstands und des künftigen Bedarfs.
Bayern hängt beim Thema Gesundheit wie alle anderen Bundesländer stark von den Vereinbarungen ab, die Union und SPD bei ihren Koalitionsverhandlungen in Berlin treffen. „Die Zuständigkeit des Bundes ist immer das Damoklesschwert, das über allem hängt“, sagte Sonnenholzner dazu. Das dürfe jedoch keine Rechtfertigung für Untätigkeit der Staatsregierung sein. „Es gibt genug, was wir auf Landesebene tun können.“
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