Behindertenbeauftragter setzt sich für Inklusionsbeauftragte an Universitäten ein

Hannover – Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, macht sich für Inklusionsbeauftragte in den Hochschulen und mehr barrierefreie Wohnheime stark.
„Die Hochschulen sind verpflichtet, die Chancengleichheit für Studierende mit Behinderungen zu fördern und Benachteiligungen zu verhindern“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Hilfe müsse „schnell und bei Bedarf auch diskret“ angeboten werden. Dafür seien gute Information und verlässliche Strukturen wichtig. „Außerdem brauchen wir mehr barrierefreie Wohnheime“, sagte er.
All das kann aus seiner Sicht nur konsequent umgesetzt werden, wenn die Hochschulen zum Beispiel hauptamtliche Inklusionsbeauftragte in ihren Leitungsbereichen einsetzen, Aktionspläne erarbeiten und diese auch umsetzen. Das gehört nach Auffassung von Dusel zu einer guten Universität dazu. „Inklusion und Barrierefreiheit sollten ein Qualitätsmerkmal für den Forschungsstandort Deutschland werden“, forderte er.
„Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie es ist, als Student mit Beeinträchtigung ohne viel Unterstützung einen Abschluss zu machen“, sagte Dusel, der von Geburt an stark sehbehindert ist.
Glücklicherweise habe sich seit den 1980er-Jahren einiges getan und die meisten Universitäten seien heute deutlich weiter. „Dennoch werden Studierende mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen häufig noch stigmatisiert, sie müssen nicht selten um Akzeptanz kämpfen“, sagte er.
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