Behörde warnt vor Lugolscher Lösung gegen Jodmangel

Berlin – Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt vor der Einnahme der sogenannten Lugolschen Lösung gegen Jodmangel. Die Einnahme geringer Mengen könne zu schweren unerwünschten Effekten auf die Schilddrüse führen, hieß es.
Die Lugolsche Lösung, eine Jod-Kaliumjodid-Lösung, wird demnach vor allem in Online-Medien und auf Internetportalen zur Nahrungsergänzung angeboten. Sie wurde demnach früher zur Desinfektion von äußeren Wunden verwendet.
Heutzutage werde sie nur noch als Laborchemikalie eingesetzt. Der Jodgehalt in der Lugolschen Lösung sei „außerordentlich hoch“. Das Produkt erfüllt nach Angaben des BVL nicht die Anforderungen, die in der Europäischen Union (EU) und in Deutschland an Nahrungsergänzungsmittel und damit an Lebensmittel gestellt werden.
Im Internet werden Produkte wie die Lugolsche Lösung darüber hinaus häufig nicht direkt als Nahrungsergänzungsmittel oder zum Verzehr angeboten, um regulatorische Einschränkungen zu umgehen, erläuterte das BVL.
Bei den Angeboten fänden sich Bezeichnungen wie „technische Lösung“, „kein Lebensmittel“, „nicht zum Verzehr geeignet“ oder „nicht für die innerliche Anwendung“. Diese Produkte seien aber auch dann als Lebensmittel und damit als nicht zulässig anzusehen, wenn eine orale Aufnahme durch Menschen nicht ausgeschlossen werden kann, betonte die Behörde.
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