Bericht: Müttersterblichkeit in Konfliktgebieten fünfmal höher

Genf – Schwangere Frauen in Konfliktgebieten oder Staaten mit einem fragilen Gesundheitssystem haben ein fünfmal höheres Risiko, in Zusammenhang mit der Geburt zu sterben. Das geht aus einer Analyse hervor, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und einem Forschungsprogramm der Vereinten Nationen in Genf vorgelegt wurde.
Demnach ereignen sich fast zwei Drittel aller Fälle von Müttersterblichkeit in Ländern, die von Konflikten oder Instabilität geprägt sind. Den Angaben zufolge starben 2023 schätzungsweise 160.000 Frauen in fragilen und von Konflikten betroffenen Gebieten an vermeidbaren Ursachen im Zusammenhang mit der Mutterschaft.
Dies waren sechs von zehn Todesfällen bei Müttern weltweit, obwohl diese Länder nur etwa ein Zehntel aller Lebendgeburten weltweit auf sich vereinten.
In Frieden und Sicherheit lebende Staaten wiesen der Analyse zufolge eine Müttersterblichkeitsrate von 99 Todesfällen auf 100.000 Lebendgeburten auf. In Ländern mit fragilen Institutionen und Sozialsystemen lag die Rate bei 368, in Konfliktstaaten bei 504.
Die Untersuchung bestätigte der Mitteilung zufolge, was Praktiker vor Ort beobachten: Krisen schaffen Bedingungen, unter denen Gesundheitssysteme keine hinreichend sichere Versorgung für Mütter bereitstellen können. Zudem könne sich das Risiko je nach ethnischer Zugehörigkeit, Alter und Migrationsstatus erhöhen.
Andererseits zeigten praktische Beispiele, wie sich mit einfachen Mitteln und innovativen Ansätzen die Situation auch verbessern lasse. Dazu zähle die Ausbildung traditioneller Hebammen in Kolumbien, der Einsatz mobiler medizinischer Teams in Äthiopien oder das Angebot kostengünstiger Kaiserschnitte und einer zuverlässigen Stromversorgung in Haiti.
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