Politik

Berliner Senat: USA konfiszieren Schutzmasken

  • Freitag, 3. April 2020
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Berlin − Berlin muss in der Coronakrise auf eine dringend benötigte Lieferung von 200.000 medizinischen Schutzmasken verzichten. Grund: Die USA haben die Ware in Bangkok konfisziert, wie Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) heute mitteilte.

Die Masken der Klasse FFP-2, die vor Ansteckung mit dem Coronavirus schützen können, waren nach seinen Angaben für die Polizei der Hauptstadt bestimmt. Berlin habe sie bei einem US-Unternehmen bestellt und bezahlt. Nach Recherchen des Tagesspiegel wurden sie in China hergestellt, offizielle Angaben dazu lagen nicht vor.

Berlins Regierender Oberbürgermeister, Michael Müller (SPD) kritisierte das Vorgehen der USA deutlich: „Das Handeln des US-Präsidenten ist alles andere als solidarisch und ver­antwortungsvoll. Es ist unmenschlich und inakzeptabel", so Müller in einem Statement auf Twitter. „Die Bundesregierung muss auch in Zeiten der Corona-Pandemie gegenüber den USA auf der Einhaltung internationaler Regeln bestehen", sagte Müller weiter.

Auch Senator Geisel kritisierte das Vorgehen der USA scharf. „Wir betrachten das als Akt moderner Pira­terie“, erklärte er. „So geht man mit transatlantischen Partnern nicht um. Auch in globalen Krisenzeiten sollten keine Wildwest-Methoden herrschen.“

Berlin steht mit dem Verlust nicht allein da. Jüngst hatten etwa französische Politiker den USA vorgeworfen, für Frankreich bestimmte Lieferungen von Schutzmasken in China aufzukaufen.

Zudem hat die US-Administration den amerikanischen Mischkonzern 3M per Gesetz verpflichtet, möglichst viele Atemschutzmasken vom Typ N95, wie sie in Krankenhäusern eingesetzt werden, an die USA zu liefern. Der Konzern produziert auch in China.

dpa

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