Regierung will Schutzausrüstung gemeinsam mit Konzernen beschaffen

Berlin − Angesichts der massiven Engpässe bei medizinischer Schutzkleidung will die Bundesregierung deutsche Großkonzerne mit deren Beschaffung beauftragen. Die Unternehmen sollen demnach in Abstimmung mit der Bundesregierung die Schutzausrüstung kaufen und dafür ihre internationalen Kontakte insbesondere nach China nutzen.
Mit der Weiterverteilung innerhalb Deutschlands wird das Logistikunternehmen Fiege beauftragt, das Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) heute besucht.
Nach Angaben der ARD-Tagesschau hat das sogenannte Corona-Kabinett kürzlich die Einbindung der Firmen in die Beschaffung des Materials beschlossen. Betroffen sind demnach auch die Unternehmen BASF, VW, Lufthansa und Otto. Mit ihnen habe das Bundesgesundheitsministerium bereits Rahmenverträge abgeschlossen.
Es sei ein gemeinsamer Beschaffungsstab gebildet worden, dem neben Unternehmensvertretern Mitarbeiter der Ressorts für Gesundheit, Finanzen und Auswärtiges angehörten.
Man wolle damit der „dynamischen Marktentwicklung“ begegnen, zitiert die Tagesschau aus dem Papier der Regierung. Gemeint ist offensichtlich, dass derzeit ein weltweiter Überbietungswettbewerb um die knappen Güter herrscht, von „Wildwestmethoden“ ist die Rede.
Der Bund hat zwar bislang rund 20 Millionen Atemmasken beschafft, allerdings soll die damit auch beauftragte Bundeswehr nur einen sehr kleinen Teil davon besorgt haben. Das Gros geht auf das Konto von Spahns Ministerium. Schutzmasken fehlen in Kliniken, Arztpraxen sowie in der Alten- und Krankenpflege.
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