Politik

Regierung will Schutzausrüstung gemeinsam mit Konzernen beschaffen

  • Freitag, 3. April 2020
Thüringen, Apfelstädt - Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, besucht ein Lager des Logistikunternehmens Fiege. Er will sich vor Ort ein Bild von der An- und Auslieferung medzinischer Schutzausrüstung machen. /picture alliance, Martin Schutt
Thüringen, Apfelstädt − Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, besucht ein Lager des Logistikunternehmens Fiege. Er will sich vor Ort ein Bild von der An- und Auslieferung medzinischer Schutzausrüstung machen. /picture alliance, Martin Schutt

Berlin − Angesichts der massiven Engpässe bei medizinischer Schutzkleidung will die Bundesregierung deutsche Großkonzerne mit deren Beschaffung beauftragen. Die Un­ternehmen sollen demnach in Abstimmung mit der Bundesregierung die Schutzausrüs­tung kaufen und dafür ihre internationalen Kontakte insbesondere nach China nutzen.

Mit der Weiterverteilung innerhalb Deutschlands wird das Logistikunter­nehmen Fiege beauftragt, das Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) heute besucht.

Nach Angaben der ARD-Tagesschau hat das sogenannte Corona-Kabinett kürzlich die Ein­bindung der Firmen in die Beschaffung des Materials beschlossen. Betroffen sind dem­nach auch die Unternehmen BASF, VW, Lufthansa und Otto. Mit ihnen habe das Bundes­gesundheitsministerium bereits Rahmenverträge abgeschlossen.

Es sei ein gemeinsamer Beschaffungsstab gebildet worden, dem neben Unternehmens­vertretern Mitarbeiter der Ressorts für Gesundheit, Finanzen und Auswärtiges ange­hör­ten.

Man wolle damit der „dynamischen Marktentwicklung“ begegnen, zitiert die Tagesschau aus dem Papier der Regierung. Gemeint ist offensichtlich, dass derzeit ein weltweiter Überbietungswettbewerb um die knappen Güter herrscht, von „Wildwest­methoden“ ist die Rede.

Der Bund hat zwar bislang rund 20 Millionen Atemmasken beschafft, allerdings soll die damit auch beauftragte Bundeswehr nur einen sehr kleinen Teil davon besorgt haben. Das Gros geht auf das Konto von Spahns Ministerium. Schutzmasken fehlen in Kliniken, Arztpraxen sowie in der Alten- und Krankenpflege.

afp

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung