Breites Bündnis gegen Freigabe von Nikotinbeuteln

Berlin – Verbänden, Organisationen und Fachgesellschaften appellieren an die Bundesregierung, das bestehende Verbot von Nikotinbeuteln in Deutschland beizubehalten und konsequent durchzusetzen.
Nikotinbeutel sind neuartige, tabakfreie Nikotinprodukte, die meist zwischen Lippe und Zahnfleisch platziert werden. Das darin enthaltene Nikotin wird über die Mundschleimhaut aufgenommen. Der Nikotingehalt kann dabei erheblich variieren und ist nicht immer eindeutig aus den Herstellerangaben ersichtlich.
„Obwohl Nikotinbeutel keinen Tabak enthalten, handelt es sich keineswegs um gesundheitlich unbedenkliche Produkte. Vielmehr ermöglichen sie die Aufnahme teilweise erheblicher Mengen des stark abhängig machenden Wirkstoffs Nikotin“, warnt das Bündnis, an dem sich die Bundesärztekammer, die Kassenärztliche Bundesvereinigung, der Marburger Bund, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, Ärztekammern und andere beteiligen.
Nikotinbeutel dürfen in Deutschland derzeit aufgrund ihrer Einordnung als neuartige Lebensmittel nicht in den Verkehr gebracht werden. „Das Verbot muss bestehen bleiben. Eine Aufhebung würde die Verfügbarkeit, Sichtbarkeit und Vermarktungsmöglichkeiten dieser Nikotinprodukte erhöhen und damit den Einstieg in den Nikotinkonsum erleichtern, insbesondere auch für Menschen, für die andere Tabak- und Nikotinprodukte bislang nicht attraktiv sind“, hieß es aus dem Bündnis.
Besonders besorgniserregend ist danach die Verbreitung von Nikotinbeuteln unter Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) hatten im Jahr 2025 bereits 5,5 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen sowie 18,9 Prozent der 18- bis 25-Jährigen Erfahrungen mit Nikotinbeuteln gemacht.
Nikotinbeutel werden insbesondere für junge Menschen attraktiv vermarktet. Über soziale Medien und eine jugendaffine Produktgestaltung werden sie als Lifestyleprodukte präsentiert. „Wir appellieren an die Bundesregierung: Keine Liberalisierung von Nikotinbeuteln“, so die Organisationen.
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