Politik

Brustkrebs, Antibiotika, Adipositas: Projekte sollen in Versorgung aufgenommen werden

  • Montag, 22. Juni 2026
/Zireael, stock.adobe.com
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Berlin – Mit einem App-basierten Monitoring, das Symptomverschlechterungen bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs erkennt, konnte Fatigue bei Betroffenen nach sechs Monaten signifikant verringert und die gesundheitsbezogene Lebensqualität verbessert werden.

Auch die Gesamtüberlebensrate war mit dem Monitoring höher, wie in der Auswertung festgestellt wurde. Positiv wirkte es sich im Vergleich zur alleinigen Regelversorgung auch auf die Kosten aus.

Der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) schätzt die Ergebnisse des Projekts Pro B als so relevant ein, dass er sich für einen Transfer in die Regelversorgung einsetzt und die Ergebnisse zur Überprüfung weiterleitet.

Das Versorgungskonzept wurde deutschlandweit an 52 zertifizierten Brustkrebszentren erprobt. Die rund 920 Teilnehmenden konnten über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten eine wöchentliche App-basierte Erhebung zu ihrem Gesundheitszustand und möglichen Beschwerden nutzen.

Nach Abschluss der Befragung hatte das Behandlungsteam direkten Zugriff auf die Daten. Bei einer Symptomverschlechterung wurde ein automatisierter Alarm ausgelöst und die Patientin innerhalb von 48 Stunden kontaktiert, sodass bei Bedarf weitere Maßnahmen eingeleitet werden konnten.

Projekte für Kinder- und Jugendmedizin weitergeleitet

Wie Antibiotika in nicht universitären Kinderkliniken zum Einsatz kommen und was zu einem zielgerichteteren Einsatz beitragen kann, um Kinder vor den zunehmenden Antibiotikaresistenzen zu schützen, wurde im Projekt Tele-Kasper untersucht.

Entwickelt wurden telemedizinische Antibiotic-Stewardship-(ABS)-Programme, die Ärztinnen und Ärzte per App zur Diagnostik und Therapie von Infektionen im Kindesalter beraten, weiterbilden und bei der Behandlung komplizierter infektiologischer Fälle unterstützen. Ein deutschlandweites Netzwerk aus ABS-erfahrenen Universitätskliniken als Kompetenzzentren wurde im Rahmen des Projekts aufgebaut.

Die telemedizinischen Angebote waren in den Kinderkliniken gut umsetzbar und die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte bewerteten die Programme positiv. Im Untersuchungszeitraum konnte zudem eine signifikante Reduktion des Antibiotikaverbrauchs und damit die Wirksamkeit des Projekts nachgewiesen werden. Der Innovationsausschuss beim G-BA sieht daher auch in dem Projekt großes Potenzial für die Versorgung und hat es zur Überprüfung weitergeleitet.

Ein weiteres Projekt, das der Innovationsausschuss als relevant für die Versorgung einschätzt, ist Star Kids. In diesem Rahmen wurde ein zweistufiges Schulungsangebot für eine gesunde Gewichtsentwicklung für Kinder und Jugendliche mit Adipositas erarbeitet.

In der ersten Stufe werden Familien über ein Jahr verteilt fünf (optional sechs) Präsenzschulungen zur gesunden Gewichtsentwicklung in ihrer Kinder- und Jugendarztpraxis angeboten. In den Einheiten werden individuelle Ziele festgelegt. Zwischen den Schulungen haben die Familien Zugriff auf ein Onlineportal, das sie dabei unterstützen soll, das Erlernte zu vertiefen, zu reflektieren und spielerisch anzuwenden.

Werden die festgesteckten Ziele nicht erreicht, schließt sich Stufe zwei an. Das örtliche Gesundheitsamt bietet auf Wunsch und bei Bedarf weiterführende Hilfen an. In der Auswertung des Projekts konnte gezeigt werden, dass das Angebot der ersten Stufe großes Potenzial hat, bei betroffenen Kindern und Jugendlichen zu einer Gewichtsreduktion beizutragen.

nfs/EB

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