Ärzteschaft

Bundespsychotherapeutenkammer drängt auf Strategie zur mentalen Gesundheit für junge Menschen

  • Montag, 13. April 2026
/Brian Jackson, stockadobecom
/Brian Jackson, stockadobecom

Berlin – Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) erinnert die Bundesregierung an ihr im Koalitionsvertrag niedergelegtes Vorhaben, eine Strategie „Mentale Gesundheit für junge Menschen“ zu entwickeln.

„Wir setzen darauf, dass den Ankündigungen der Bundesregierung nun endlich Taten folgen. Die angemessene psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen ist und bleibt für uns ein Schwerpunktthema in der laufenden Legislaturperiode“, sagte die BPtK-Präsidentin Andrea Benecke. 

Laut der Kammer leidet etwa jeder fünfte Minderjährige in Deutschland unter einer psychischen Erkrankung. Betroffene Kinder und Jugendliche warten durchschnittlich rund 28 Wochen auf einen Therapieplatz.

Ein wichtiges Problem ist laut der BPtK die Bedarfsplanung, welche die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen nicht angemessen steuere. In der gegenwärtigen Bedarfsplanung ist für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen ein starrer Mindestanteil von 20 Prozent für Psychotherapeutinnen und -therapeuten vorgesehen, die ausschließlich Kinder und Jugendliche behandeln.

Diese Struktur erlaube es nicht, die Versorgung zielgenau für junge Menschen anzupassen, wenn bestimmte psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen besonders auffällig zunähmen oder besonders viele Heranwachsende in einem Planungskreis lebten, kritisiert die BPtK.

„Die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen darf nicht länger nur ein Anhängsel der allgemeinen Bedarfsplanung bleiben“, forderte Cornelia Metge aus dem Vorstand der BPtK.

Der Deutsche Bundestag sollte daher per Gesetz eine eigene Bedarfsplanung für Kinder und Jugendliche beschließen. „Wir müssen Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen eine frühzeitige, schnelle sowie niedrigschwellige und wohnortnahe Hilfe ermöglichen“, so Metge. 

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung