Ärzteschaft

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten wehren sich gegen Honorarabsenkung

  • Dienstag, 10. Februar 2026
/Studio Romantic, stock.adobe.com
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Wiesbaden – Der Bundesverband für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (bkj) sieht die Notwendigkeit, die Honorare für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zu erhöhen, statt sie abzusenken.

„Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen ist der psychotherapeutische Versorgungsbedarf seit Jahren hoch und steigt weiter. Entsprechend sollte auch die finanzielle Attraktivität des Berufes erhöht werden und nicht gesenkt“, fordert Inés Brock-Harder, Vorsitzende des bkj.

Der bkj hebt auf aktuelle Bestrebungen des GKV-Spitzenverbands ab, psychotherapeutische Leistungen im Bewertungsausschuss pauschal um zehn Prozent absenken zu wollen. Das Deutsche Ärzteblatt berichtete.

Die Angemessenheit der psychotherapeutischen Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) soll laut Beschluss des Bewertungsausschusses vom 21. Januar überprüft werden. Das Gremium ist paritätisch mit je drei Vertretern des GKV-Spitzenverbands und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) besetzt. Die KBV hat sich bereits gegen eine pauschale Kürzung ausgesprochen.

„Eine Praxis zu führen, wird immer teurer, die Kosten für Miete und Energie steigen. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten (KJP) müssen zudem unterschiedliche Raumausstattungen und Spielflächen mit mehr Quadratmetern als in der Erwachsenentherapie vorhalten, weil sie Altersgruppen von null bis 21 Jahren behandeln“, erklärt Brock-Harder. Auch die therapeutischen Arbeitsmaterialien seien ungleich vielfältiger.

Zudem sollte nicht vergessen werden, dass viele ältere KJP ihre Tätigkeit in nächster Zeit beenden wollen, und die Ablösesummen für junge Neuapprobierte hoch seien, so die bkj-Vorsitzende. Eine Honorarerhöhung sei auch deshalb angemessen.

„Speziell unsere Arbeit ist schon jetzt nicht hoch genug bewertet“, betont Michael Becker, Beisitzer im bkj-Vorstand und niedergelassener Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut. Eine Abwertung psychotherapeutischer Leistungen bei gleichzeitig unveränderter Versorgungslücke ist aus seiner Sicht „ein fatales Signal“.  

Der bkj, der nach eigenen Angaben rund 400 Mitglieder hat, fordert, eine „sachgerechte, transparente und kostenorientierte Bewertung“ psychotherapeutischer Leistungen vorzunehmen.

PB

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