Caritas will besseren Katastrophenschutz

Berlin/Freiburg – Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal und Teilen Nordrhein-Westfalens spricht sich die Caritas für eine Neuaufstellung des Katastrophenschutzes aus.
„Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg, aber Deutschland kann und muss noch viel besser werden“, sagte Caritas-Vorstand Oliver Müller heute dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Technische Warnsysteme seien wichtig. „Aber eine Warn-App hilft nur begrenzt, wenn Menschen nicht wissen, was sie danach tun sollen“, so Müller.
Deutschland sei heute wirksamer auf entsprechende Großlagen vorbereitet, sagte Müller. „Es gibt bessere Absicherungen und man hat natürlich eine wesentlich höhere Sensibilität dafür.“ Doch auf der anderen Seite sei vielen gar nicht bekannt, an welchen Orten sich ähnliche Katastrophen ereignen könnten. Außerdem müsse Katastrophenschutz sozialräumlicher gedacht werden, etwa indem berücksichtigt werde, wie lange sich Pflegeheime, Kitas oder Schulen selbst versorgen könnten.
Katastrophenschutz werde vor allem unter technischen Aspekten betrachtet. Dabei könnten Wohlfahrtsverbände eine wichtige soziale Komponente einbringen. Staatliche Hilfsorganisationen allein stießen dabei an ihre Grenzen. „Informationsketten müssen funktionieren, indem die Beteiligten der Hilfsstrukturen bereits vor einer Katastrophe miteinander sprechen“, sagte Müller.
Am 14. Juli 2021 sorgten starke Regenfälle für Überflutungen im Ahrtal sowie in Teilen Nordrhein-Westfalens, Belgiens und der Niederlande, bei denen mindestens 220 Menschen starben.
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