Clinician Scientists wünschen sich langfristige Verbindung von Klinik und Forschung

Berlin – Clinician Scientists in Deutschland wünschen sich auch nach Ablauf des Clinician-Scientists-Programms an ihrer jeweiligen Fakultät Klinik und Forschung miteinander verbinden zu können. Das zeigen Ergebnisse des Projekts „ECLiPSE – Etablierung von Clinician Scientist-Programmen an den Medizinischen Fakultäten: Status und Erwartungen“.
Der Medizinische Fakultätentag (MFT) und die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) haben erste Ergebnisse daraus Ende September bei einem gemeinsamen Symposium „Clinician Scientists – Status quo und Entwicklungsperspektiven“ vorgestellt. „Die Universitätsmedizin muss auch jenseits einzelner Programme verlässliche Strukturen und langfristige Karriereperspektiven schaffen, in denen Ärztinnen und Ärzte Forschung, Lehre und Patientenversorgung dauerhaft miteinander verbinden können“, sagt Martina Kadmon, Präsidentin des MFT.
An der deutschlandweiten Online-Befragung „ECLiPSE“, die zusammen mit dem Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) durchgeführt wurde, beteiligten sich zwischen November 2025 und Juli 2026 414 aktuelle und ehemalige Teilnehmende von Clinician-Scientist-Programmen aus der deutschen Hochschulmedizin. Die Ergebnisse zeigen laut MFT und Stiftung: Die Programme haben sich deutschlandweit fest etabliert.
Als wesentliches Element für die Verbindung von Forschung und klinischer Tätigkeit bewerten die befragten Ärztinnen und Ärzte insbesondere geschützte Forschungszeiten. Auch curriculäre Angebote, vor allem zu methodischen und überfachlichen Themen wie Statistik, wissenschaftlichem Schreiben, Grant Writing oder Leadership, werden von vielen als hilfreich bewertet.
Die Befragung machte laut den Initiatoren deutlich, dass Gleichstellung auch bei klinisch-wissenschaftlichen Karrierewegen eine dauerhafte Aufgabe bleibt. Unter den 414 befragten Fellows und Alumni waren 198 Frauen und 215 Männer, eine Person machte keine Angaben zum Geschlecht. Bei folgenden akademischen Karriereschritten zeigt sich allerdings noch kein durchgehend ausgewogenes Geschlechterverhältnis: So liegt etwa bei den Habilitierten der Frauenanteil nur noch bei 40 Prozent.
„Dass Frauen und Männer heute annähernd gleichermaßen von Clinician-Scientist-Programmen erreicht werden, ist eine gute Grundlage. Entscheidend ist aber, dass daraus auch über die weiteren Karrierestufen hinweg gleiche Entwicklungsmöglichkeiten entstehen. Förderung muss deshalb nicht nur den Einstieg ermöglichen, sondern auch die Rahmenbedingungen in den späteren Karrierephasen in den Blick nehmen“, sagt Daniel Strech, Vorstandsmitglied der Else Kröner-Fresenius-Stiftung.
„Klinisch und wissenschaftlich tätige Ärztinnen und Ärzte sind für eine leistungsfähige Universitätsmedizin und für den Transfer neuer Erkenntnisse in die Versorgung unverzichtbar“, sagte Veronika von Messling, Leiterin der Abteilung Lebenswissenschaften im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, in ihrem Eröffnungsvortrag.
Das Ministerium unterstützte daher mit einer zweiten Förderrunde der sogenannten Advanced Clinician Scientist-Programme insbesondere Ärztinnen und Ärzte in fortgeschrittenen Karrierephasen.
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