CSU will Versorgung stärker auf Hausärzte konzentrieren

München – Die CSU hat sich auf ihrem Parteitag am Wochenende in München unter anderem mit der medizinischen Versorgung und Pflege im Land beschäftigt. Dazu hat die Partei einen Leitantrag „Näher am Menschen – Für ein bürgernahes und bodenständiges Bayern” einstimmig beschlossen.
Ein Kernpunkt ist die stärkere Versorgung in einem Primärversorgungssystem allein durch Hausärzte. Dem Leitantrag zufolge soll die hausärztliche Versorgung so gestärkt werden, „dass künftig rund 80 Prozent der Fälle beim Hausarzt fallabschließend behandelt werden können, ohne dass Patienten unnötig durch das System geschickt werden“.
Klar sei aber auch, dass es für bestimmte, insbesondere chronische Erkrankungen definierte Ausnahmen brauche, die den direkten Weg zum Facharzt ermöglichten. „Entscheidend ist am Ende nicht die Struktur auf dem Papier, sondern das, was beim Patienten ankommt“, betont die CSU. Der Erfolg der Reform müsse sich konkret an schnelleren Arztterminen und mehr Zeit des Arztes pro Patient messen lassen.
Die CSU spricht sich dabei für mehr Delegation aus. Hausärzte könnten die wachsenden Anforderungen nicht allein stemmen, heißt es. „Wir fordern, geeignete Aufgaben verstärkt an gut ausgebildete Fachkräfte in der Pflege, an Physician Assistants und an Apotheken zu delegieren, um Ärzte zu entlasten und Patienten schneller zu helfen.“
Auf der Agenda der CSU steht auch das Thema „Bürokratie als Krankheitsursache des Systems“. Bürokratie koste Zeit, die Ärzten und Pflegekräften für die Behandlung fehle, und treibe die Kosten im Gesundheitswesen unnötig in die Höhe.
„Unser Pflegesystem ist derzeit leider oftmals dominiert von Formularen, Doppelstrukturen und unklaren Zuständigkeiten, die kaum noch zu durchschauen sind. Oftmals kostet die Bürokratie mehr Zeit als die eigentliche Pflege. Mit den anstehenden Reformen in der Pflege muss gelten: mehr Zeit für den Menschen, weniger Zeit für das Formular“, so die CSU.
Sie mahnt, den Antragsdschungel zu beenden – Pflegeleistungen einfach und schnell zugänglich machen. Pflegende Angehörige dürften nicht an Formularen, doppelten ärztlichen Nachweisen und der Unübersichtlichkeit von Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Entlastungsbeträgen und Hilfsmittelzuschüssen verzweifeln.
„Es braucht eine deutliche Vereinfachung und Digitalisierung der Antragsverfahren sowie eine verlässliche Lotsenfunktion, die Angehörigen von Anfang an aufzeigt, welche Leistungen ihnen zustehen und wie sie diese ohne bürokratische Hürden erhalten“, so die CSU.
Die Partei will sich zudem dafür einsetzen, dass die Arbeit pflegender Angehöriger gewürdigt wird. „In Bayern und in ganz Deutschland leisten Millionen Angehörige jeden Tag oft unbezahlte Pflegearbeit. Sie sind die tragende Säule unseres Pflegesystems“, schreibt die CSU. Dieser Einsatz müsse auch künftig anerkannt, unterstützt und erleichtert werden.
Einen Bürokratieabbau sollte es aus Sicht der CSU auch in der ambulanten Pflege geben. Das seit 2025 vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geförderte Pilotprojekt zum Bürokratieabbau in der ambulanten Pflege zeige, wie Verordnungsmanagement, Digitalisierung, Fahrdienste und Tourenplanung spürbar entlastet werden können. Das Pilotprojekt wolle man zügig in die Fläche bringen und seine Ergebnisse nach Projektabschluss verbindlich in die Praxis überführen.
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