Ärzteschaft

Delegierte sprechen sich für bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus

  • Freitag, 10. Mai 2024
/Maybaum
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Mainz – Die Rahmenbedingungen der Vereinbarkeit von ärztlicher Erwerbstätigkeit und Sorgearbeit müssen verbessert wer­den. Dafür sprachen sich heute die Delegierten des 128. Deutschen Ärztetags aus. Sie forderten das Bundesgesundheits­minis­terium (BMG) auf, mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) entsprechende Bedingungen zu verbessern.

Es werden Unterstützungsangebote, welche zur Fortführung der ärztlichen Berufsausübung notwendig und somit in der Finanzierung zu bedenken sind, benötigt, heißt es in dem beschlossenen Antrag.

Dazu gehören etwa ein flächendeckender Ausbau der Kinderbetreuung, geeignet auch für im Schichtsystem Tätige, Anspruch auf Notfallbetreuung in sämtlichen Kindergärten in der U3- und Ü3-Betreuung für Kinder ärztlicher Kolleginnen und Kollegen, ergänzend zu dem generellen Kinderbetreuungsanspruch, Förderung von modernen Arbeitsmodellen (beispielswiese Jobsha­ring) und flexible Arbeitszeitmodelle. Entsprechende Forderungen hatten junge Ärztinnen und Ärzte im Vorfeld des Deutschen Ärztetags aufgestellt.

Außerdem forderte der Ärztetag Arbeitgeber auf, künftig eine familienfreundliche Arbeitskultur zu schaffen, in der nicht nur Ärztinnen, sondern auch Ärzte ihren Anspruch auf Elternzeit diskriminierungsfrei geltend machen können.

Weiter fordern die Delegierten per Antrag die Bundesärztekammer, die Landesärztekammern sowie die Berufsverbände und wissenschaftlichen Gesellschaften aller Fachdisziplinen dazu auf, unangemessenem sexuellen Verhalten (Belästigungen, Übergriffe bis hin zu Vergewaltigung) am Arbeitsplatz entschieden im Sinne der Empfehlungen der European Union of Medical Specialists (UEMS) entgegenzutreten.

Auch ältere Ärzte sollen entlastet werden. Die Delegierten beschlossen einen weiteren Antrag, diejenigen Ärztinnen und Ärzte, die das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht haben, von der Verpflichtung zum ärztlichen Bereitschafts- oder Notdienst freizustellen. Die weitere freiwillige Teilnahme am Dienst soll möglich bleiben. Der Vorstand der Bundesärztekammer soll dem Antrag zufolge einen entsprechenden Vorschlag ausarbeiten und den Landesärztekammern zuleiten.

Und: Ausländische Ärzte auf dem Weg zur Approbation sollten mit geeigneten, vor allem sprachlichen Kursangeboten unter­stützt werden, auch nach bestandener Sprachprüfung. Die Delegierten forderten alle öffentlichen Träger und Arbeitgeber auf, dies in den Fokus zu nehmen.

cmk

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