Deutsche Gesellschaft für Notfallmedizin fordert stabilere Notfallstrukturen für den Krisenfall

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA) fordert, die zentralen Notaufnahmen in Deutschland rasch zu stärken. Zentrale Notaufnahmen würden im Krisen-, Katastrophen- und Verteidigungsfall eine Schlüsselrolle übernehmen – bei der Versorgung von Verletzten und bei der Koordination im Gesundheitssystem. Aber viele Notaufnahmen arbeiteten bereits heute an ihrer Belastungsgrenze, heißt es in einem Thesenpapier der Fachgesellschaft.
„Notaufnahmen sind das Tor zum Krankenhaus und damit das Zentrum der medizinischen Lageführung. Wenn diese Strukturen im Ernstfall funktionieren sollen, brauchen sie eine klare rechtliche Absicherung, verlässliche Finanzierung und eine bessere Vorbereitung auf außergewöhnliche Lagen“, sagte der DGINA-Präsident Martin Pin.
Die Fachgesellschaft fordert rasche Verbesserungen in drei Bereichen. Zunächst geht es um eine bessere gesetzliche und finanzielle Absicherung. Dazu gehört laut dem Positionspapier unter anderem eine Vorhaltefinanzierung für Katastrophen- und Verteidigungsfähigkeit und eine verbindliche Umsetzung und Finanzierung der Krankenhausalarm- und Einsatzpläne durch Gesundheits- und Innenministerien der Länder.
Der zweite Bereich betrifft laut der DGINA die bauliche und organisatorische Ertüchtigung. Nötig seien der Ausbau von Schutzräumen, gesicherte Kommunikationswege, Kapazitäten für Dekontaminations- oder Infektionslagen sowie der Ausbau eines digitalen bundesweiten Kapazitätennachweises.
Drittens sollten regelmäßige finanzierte Übungen die Zusammenarbeit von Klinikpersonal, Rettungsdiensten, Behörden, Hilfsorganisationen und Bundeswehr stärken und die beteiligten Akteure besser auf Krisen- und Verteidigungsszenarien vorbereiten.
„Die prähospitale und klinische Notfallmedizin sind die tragenden Säulen der Akut- und Notfallversorgung der Bevölkerung“, heißt es in dem Papier. Nur mit gezielter finanzieller Unterstützung und frühzeitiger Einbindung in die Planungen von Bund und Ländern könnten diese Strukturen auch in Krise und Krieg verlässlich handlungsfähig bleiben.
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