DRK dringt auf Reform des Rettungsdienstes

Berlin – Der Rettungsdienst müsse zukünftig seiner wichtigen Rolle im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und der sich veränderten sicherheitspolitischen Lage eher verstärkt nachkommen können. Dies betonte heute das Deutsche Rote Kreuz (DRK) anlässlich des bevorstehenden Europäischen Tags des Notrufs am 11. Februar.
Der Rettungsdienst schlage durch den alltäglichen Einsatz der anerkannten Hilfsorganisationen eine essenzielle Brücke zwischen Gesundheitswesen und Gefahrenabwehr, so das DRK. In besonderen Lagen könnten dank vieler ehrenamtlicher Einsatzkräfte zusätzliche Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden. Dadurch sei der Rettungsdienst selbst im Fall von Katastrophen- und Zivilschutzlagen in der Lage, effektiv und bedarfsorientiert zu agieren.
„Genau wegen dieses großen Mehrwerts gibt es die Bereichsausnahme beim Rettungsdienst, also dass die Leistungserbringer ohne europaweites Vergabeverfahren beauftragt werden können“, betonte Christian Reuter, Generalsekretär des DRK.
„Daran darf nicht gerüttelt werden, sonst kommt uns das kurzfristige wirtschaftliche Denken im Krisenfall sehr teuer zu stehen. Es muss sichergestellt werden, dass die Ausstattung und Struktur der außerklinischen Notfallversorgung nach den vorhandenen Bedarfen und Erfordernissen erfolgt.“
Dazu gehört aus Sicht des DRK zwingend eine ausreichende Finanzierung von vorgehaltenen Kapazitäten – unter anderem auch für größere Schadenslagen mit einer Vielzahl von Verletzten oder Erkrankten, einen mehrtägigen Stromausfall wie jüngst in Berlin, der mit Verlegungen von Personen aus Senioreneinrichtungen und Krankenhäusern einherging oder Katastrophen.
„Die Vorhaltung muss ausreichend dimensioniert und finanziert werden, damit die Leistungserbringer im Einsatzfall beständig die erforderlichen Kapazitäten für Behandlung und Transport zur Verfügung stellen können“, so Reuter.
Im Zusammenhang mit der geplanten Reform der Notfallversorgung begrüßt das DRK zudem die vorgesehene Verbesserung der digitalen und telemedizinischen Vernetzung. Dadurch könnten sowohl der Rettungsdienst als auch die ambulante Versorgung sowie die Krankenhäuser entlastet werden.
Mit Blick auf den vorgesehenen Ausbau der Patientensteuerung fordert das DRK, die Reaktionsmöglichkeiten der Leitstellen auszubauen. Dies sollte zum Beispiel durch die verbindliche Disposition des vertragsärztlichen Notdienstes, die Etablierung und Einbeziehung des Gemeindenotfallsanitäters oder den Zugriff auf Pflegenotdienste geschehen. Dadurch könnten die Einsatzzahlen für den Rettungsdienst gesenkt und die Notaufnahmen der Krankenhäuser ebenso entlastet werden wie durch die Stärkung des vorbeugenden Rettungsdienstes und der ambulanten Gesundheitsversorgung.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: