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DKG schlägt Alarm: Geschäftsklima bei Krankenhäusern auf Tiefstand

  • Montag, 1. Juni 2026
/ATRPhoto, stock.adobe.com
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Berlin – Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Deutschland verschärft sich weiter. Laut dem neuen Krankenhaus-Konjunkturbarometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) lag der Geschäftsklima-Saldo für die Krankenhäuser im ersten Quartal 2026 bei einem neuen Tiefstand von -63. Zum Vergleich: Der ifo-Geschäftsklima-Saldo variierte in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 bundesweit über alle Branchen zwischen -7 und -11.

Im Vergleich zu den über das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München (ifo) erfassten Wirtschaftszweigen ist die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser somit deutlich schlechter. Besonders kritisch ist der Geschäftsklima-Saldo in größeren Krankenhäusern ab 600 Betten (-72) und in dünn besiedelten ländlichen Gebieten (-76).

„Während andere Branchen im einstelligen Minusbereich liegen, stehen Krankenhäuser mit minus 63 dramatisch schlechter da als nahezu jeder andere Wirtschaftszweig. Ein solcher Geschäftsklimaindex ist kein Warnsignal mehr – das ist ein wirtschaftlicher Notruf der Krankenhäuser“, betonte Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).

74 Prozent der Krankenhäuser bewerteten ihre aktuelle wirtschaftliche Situation im Rahmen des Konjunkturbarometers, das im Auftrag der DKG erstellt wird, als unbefriedigend. Bei großen Häusern ab 600 Betten waren es 95 Prozent. Für die kommenden sechs Monate gaben 59 Prozent der Krankenhäuser an, eine weitere Verschlechterung ihrer Lage zu erwarten, in ländlichen Regionen waren es sogar bis zu 79 Prozent.

Auch die Liquidität vieler Krankenhäuser ist laut den vorgelegten Zahlen massiv angespannt. Nur neun Prozent der Häuser können ihre laufenden Betriebsausgaben dauerhaft aus eigenen liquiden Mitteln finanzieren. Bei den übrigen Krankenhäusern reicht die Liquidität im Median lediglich für sechs Wochen Betrieb.

Es gehe längst nicht mehr um Klagen über schwierige Rahmenbedingungen, sondern um die nackte wirtschaftliche Existenz vieler Kliniken, so Gaß. Eine solche Liquiditätsreserve von wenigen Wochen ermögliche kein normales Wirtschaften mehr, sondern führe zu einem „reinen Überlebenskampf“.

Besonders alarmierend sei zudem, dass die Befragung noch vor Bekanntwerden der aktuellen Sparpläne der Bundesregierung durchgeführt wurde, warnte der DKG-Chef. Man fordere die Bundesregierung deshalb zu schnellem Handeln auf.

„Die Politik muss endlich aufwachen. Wer jetzt nicht handelt, riskiert eine strukturelle Gefährdung der Krankenhausversorgung in Deutschland“, erklärte Gaß.

EB/aha

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