Hochschulen

Dresden: Stationsäquivalente Behandlung bringt psychiatrische Betreuung nach Hause

  • Montag, 27. Juli 2026
/Chinnapong, stock.adobe.com
/Chinnapong, stock.adobe.com
Dieses Dialog-Fenster öffnen

Dresden – Ein neues Versorgungskonzept für Menschen, die psychiatrisch oder psychotherapeutische Hilfe benötigen, hat die Universitätsklinik Carl Gustav Carus Dresden etabliert. Die Teilnehmenden werden zuhause behandelt und dazu engmaschig besucht. Die „stationsäquivalente Behandlung“ (StäB) soll auch unter anderem dazu beitragen, wiederkehrende stationäre Aufenthalte zu verhindern.

Im Gegensatz zu einer ambulanten Behandlung handelt es sich laut der Klinik um eine gesetzlich geregelte vollstationäre Krankenhausleistung. Die Patienten werden täglich durch ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Pflegenden, Psychologen, Ergotherapeuten sowie Mitarbeitenden des Sozialdienstes betreut.

Mindestens einmal am Tag findet ein persönliches Treffen mit dem Patienten oder der Patientin statt. Das Team ist an sieben Tagen in der Woche für die Betroffenen erreichbar und übernimmt während der gesamten Behandlungsdauer die medizinische Verantwortung. Voraussetzung ist, dass grundsätzlich eine stationäre Aufnahme erforderlich wäre.

„Die Behandlung in der gewohnten Umgebung eröffnet therapeutische Möglichkeiten, die im Krankenhaus oft nicht sichtbar werden“, sagte Vjera Holthoff-Detto, Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Man erlebe die Lebensrealität der Patienten unmittelbar und könne Therapie und Unterstützung genau dort ansetzen, wo Belastungen und Krisen entstünden. „Dadurch lassen sich häufig Eskalationen verhindern und nachhaltige Behandlungserfolge erzielen.“

Studien zeigten, dass bei Patientinnen und Patienten, die eine StäB erhalten haben, die Wiederaufnahmeraten geringer sind als bei Betroffenen in einer vollstationären Therapie. Von dem Angebot profitieren insbesondere Menschen, die aufgrund ihrer Erkrankung unter ausgeprägten Ängsten leiden, familiäre Verpflichtungen übernehmen oder negative Erfahrungen mit früheren Krankenhausaufenthalten gemacht haben. 

„Psychiatrische Versorgung muss sich an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten orientieren. Die stationsäquivalente Behandlung steht beispielhaft für diesen Wandel“, betonte Jörn Conell, ärztlicher Leiter der StäB und der psychiatrischen Ambulanz am Uniklinikum. 

hil

Diskutieren Sie mit:

Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen

Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.

Jetzt bei Google bevorzugen

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung