Politik

Ebola: G7 drängen auf Koordination im Kampf gegen Krise

  • Mittwoch, 17. Juni 2026
Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte treffen sich in Évian zum G7-Gipfel. /picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Pool for Yomiuri
Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte treffen sich in Évian zum G7-Gipfel. /picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Pool for Yomiuri

Évian – Die G7-Runde der führenden demokratischen Wirtschaftsmächte will angesichts von Fußball-Weltmeisterschaft (WM) und anstehender Urlaubszeit Maßnahmen für die Eindämmung des Ebola-Ausbruchs im Kongo verstärken.

„Millionen Menschen werden in den kommenden Wochen aus geschäftlichen und touristischen Gründen sowie zur Fußballweltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko reisen“, heißt es in einem beim G7-Gipfel im französischen Évian verabschiedeten Aufruf für eine koordinierte Antwort auf den Ebola-Ausbruch. „Wir müssen sicherstellen, dass sie dies sicher tun können“, wird ergänzt.

Die G7-Runde setze sich deshalb für eine verstärkte Koordination zwischen ihren nationalen Behörden ein – unter Wahrung nationaler Zuständigkeiten, heißt es in der Erklärung. Man arbeite an einheitlichen und wirksamen Reise-, Quarantäne- und Isolationsverfahren für Menschen, die sich in den betroffenen Regionen aufgehalten hätten.

Die G7 riefen die relevanten Akteure im Bereich der Krisenreaktion dazu auf, ihre Koordination zu verbessern und Doppelarbeit zu vermeiden. So solle eine schnellstmögliche und wirksame Reaktion auf die Krise gewährleistet werden.

Die USA würden zudem ein Treffen der G20-Außenminister einberufen, um weitere gemeinsame Maßnahmen zu erörtern und eine breitere finanzielle Unterstützung für eine koordinierte globale Reaktion auf diesen gesundheitlichen Notstand sicherzustellen.

Der G20-Gruppe der führenden und aufstrebenden Wirtschaftsmächte aller Kontinente gehören neben Deutschland, Frankreich und den USA unter anderem auch Russland und China an.

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und der starke Anstieg der bestätigten Fälle im Nordosten des Landes beeinflussen die Fußball-WM auf mehreren Ebenen. So hatte sich die kongolesische Nationalmannschaft vor der Abreise in die USA wegen der US-Vorgaben für eine 21-tägige Quarantänezeit außerhalb des Landes aufhalten müssen.

Deutschland gibt zusätzlich Geld

Die Bundesregierung will unterdessen die von Ebola betroffenen Regionen zusätzlich mit 13 Millionen Euro unterstützen. Neun Millionen Euro sind direkt zur Unterstützung der Demokratischen Republik Kongo, des Africa CDC, der Ostafrikanischen Gemeinschaft sowie für lokale Programme der UN und Nichtregierungsorganisationen vorgesehen, wie das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) mitteilte.

Außerdem verstärkt Deutschland nach eigenen Angaben sein Engagement in multilateralen Partnerschaften. Im Rahmen dieser zusätzlichen Unterstützung erhöhe Deutschland seinen Beitrag um vier Millionen Euro an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für deren Notfallmaßnahmen.

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) erklärte dazu, die Bundesregierung sei über den aktuellen Ebola-Ausbruch zutiefst besorgt. Deutschland stehe an der Seite der betroffenen Menschen und Länder sowie der Afrikanischen Union.

Der Ausbruch zeige, wie dringend notwendig zusätzliche Maßnahmen seien. Alabali Radovan äußerte sich bei einem virtuellen Treffen mit den Vertretern des Africa Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC) zum Umgang mit dem aktuellen Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda.

dpa/kna/afp

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