Ein Häkchen für mehr Meldesicherheit

Berlin – Der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) appelliert eindringlich an die Menschen, die auf SARS-CoV-2 getestet werden, die Zustimmungserklärung zur anonymisierten Übermittelung des Testergebnisses anzukreuzen.
Die Labore benötigen zur Übermittlung der Testergebnisse an den Corona-Warn-App-Server – über den Getestete ihr Testergebnis via App einsehen können – eine ausdrückliche Bestätigung auf dem Formular, dass dies gewünscht ist. Ansonsten ist dieser Weg nicht erlaubt.
„Mit einem Häkchen der Getesteten auf dem Anforderungsschein in der Teststelle machen die Getesteten und ihre betreuenden Ärzte die Corona-Warn-App erfolgreich“, sagte der BDL-Vorsitzende Andreas Bobrowski. Das Häkchen auf dem Formular könne die Effizienz der Corona-Warn-App deutlich steigern.
Die Labore investierten viel, damit die App funktioniere, betonte der Labmormediziner. Der Nutzen bleibe aber „eng begrenzt“, weil die Ergebnisse oftmals nicht an die App gemeldet werden dürften. Man wünsche sich von Arztpraxen, Krankenhäusern und Abstrichstellen durch Aufklärung und Zustimmung der Getesteten eine stärkere Unterstützung.
Bobrowski kritisierte zudem, dass die medizinischen Labore bisher „auf den Rechnungen der IT-Dienstleister für die Anbindung an die App sitzen bleiben“.
Man unterstütze die App mit enormem personellen Aufwand und sei auch für die Aufträge an IT-Dienstleister, die die Labore an die App anbinden, in Vorleistung getreten. „Der Bund als Auftraggeber der App muss uns diese unabweisbaren Kosten endlich erstatten“, mahnte Bobrowski.
Seit Mitte Juni wurde die Corona-Warn-App 17,8 Millionen Mal heruntergeladen. 750.000 Testergebnisse konnten an das RKI übertragen werden, davon waren rund 2.100 viruspositiv (Stand 8.9.2020). Die RKI-Statistik weist seit Mitte Juni 7,36 Millionen Tests aus, bei 61.763 positiven Testergebnissen (aktueller Stand vom 30.08.2020).
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