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Elektronischer Medikationsplan: Start mit Pilotierungsphase bis zum Herbst

  • Dienstag, 14. Juli 2026
/Andrea Gaitanides, stock.adobe.com
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Berlin – Im Rahmen einer Pilotierungsphase wird ab heute der elektronische Medikationsplan in der elektronischen Patientenakte (ePA) schrittweise in die Versorgung eingeführt. Bis zum Herbst soll die Einführung des zentralen Elements für den digital gestützten Medikationsprozess (dgMP) abgeschlossen sein. Laut einer aktuellen Umfrage bewerten Versicherte die Möglichkeit, Medikationspläne mit Hinweisen zur Dosierung und Einnahme der Medikamente künftig in der ePA speichern zu können, mit 90 Prozent Zustimmung überwiegend positiv.

Besonderen Zuspruch finden in der repräsentativen Forsa-Befragung im Auftrag des AOK-Bundesverbandes der dann mögliche bessere Überblick für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte über die Medikation und ihr Einblick in verordnete Medikamente und Dosierungen (90 Prozent beziehungsweise 89 Prozent Zustimmung). Deutlich weniger Zustimmung erhielt mit 80 Prozent dagegen der mögliche Einblick von Apothekerinnen und Apothekern in die eigenen Medikamente und deren Dosierung.

„Der elektronische Medikationsplan ist eine wichtige Ergänzung und wird den Nutzwert der elektronischen Patientenakte für die Versicherten ganz entscheidend erhöhen“, kommentierte die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann, die Umfrageergebnisse.

Schon die automatisch aus dem elektronischen Rezept (E-Rezept) heraus befüllte Medikationsliste in der ePA sorge nach den bisherigen Rückmeldungen aus der Praxis für einen großen Mehrwert, weil sie allen behandelten Ärzten einen Überblick über die verschriebene Medikation ermöglicht, so Reimann. Dies werde mit dem Medikationsplan noch um die Möglichkeit zum Eintragen von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten sowie durch Informationen zur Dosierung und Hinweisen zur Einnahme ergänzt.

Da sich der digital gestützte Medikationsprozess allerdings zunächst noch in der Pilotierungsphase befindet, sei in vielen Fällen Geduld erforderlich, bis der neue Service genutzt werden kann. „Bis alle Software-Systeme der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte den elektronischen Medikationsplan unterstützen, wird es noch bis zum Herbst dauern.“

Innerhalb der ePA können gesetzlich Krankenversicherte künftig auch ihren Widerspruch gegen das Anlegen eines elektronischen Medikationsplans dokumentieren. Von dieser Möglichkeit will laut der Forsa-Befragung aber nur ein sehr kleiner Anteil der Befragten Gebrauch machen: Mit „Ja“ antworteten hier nur ein Prozent der Befragten, die nicht bereits grundsätzlich der ePA widersprochen haben.

Wenig Fortschritt gab es laut den Umfrageergebnissen beim Informationsstand zum Thema elektronische Patientenakte. Während sich 2025 noch 45 Prozent der Befragten sehr gut oder eher gut über die ePA informiert fühlten, hat sich dieser Anteil in der aktuellen Befragung mit 47 Prozent nur leicht verbessert. Im Gegenzug sank der Anteil derer, die sich weniger gut oder gar nicht gut informiert fühlen, von 54 auf 51 Prozent.

„Diese Ergebnisse sind ernüchternd, zumal wir bereits umfassende Informationen zur ePA anbieten und unsere Versicherten aktiv über die Patientenakte informiert haben. Es zeigt sich einmal mehr, dass die Implementierung und Nutzung der elektronischen Patientenakte kein Sprint, sondern ein Marathon ist“, betonte Reimann. Entscheidend werde sein, die ePA stärker mit konkreten Mehrwerten für die Versicherten zu verbinden und den Zugang weiter zu vereinfachen.

aha

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