Vermischtes

EMA-Standort: Hochschulmedizin mahnt Bundesregierung zu Einsatz

  • Donnerstag, 23. März 2017

Berlin – Nach dem Votum der Briten, aus der Europäischen Union auszutreten, wird die „European Medicines Agencies“ (EMA) aus London weg und in ein EU-Land umziehen müssen. Die Deutsche Hochschulmedizin hat die Bundesregierung nun aufgefordert, sich für einen Wechsel der Europäischen Zulassungsbehörde für Arzneimittel nach Deutschland einzusetzen.

„Die in der Umsetzung befindliche EU-Richtlinie zur Durchführung klinischer Prüfungen sowie die in Kürze zu erwartenden Richtlinien für Medizinprodukte und In-vi­tro-Diagnos­ti­ka setzen auf eine stärkere Zentralisierung der Zulassungsverfahren“, sagte Heyo K. Kroe­mer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages (MFT), gestern. Dafür brau­che es eine gut aufgestellte und funktionierende Organisationsstruktur und Expertise, die es in Deutschland gebe.

Zudem verfüge Deutschland in der Arzneimittel­for­schung über eine gut ausgebaute ad­ministrative und IT-Infrastruktur sowie gut ausgebil­dete Experten. Da­rü­ber hinaus wür­den in Deutschland die mit Abstand meisten klinischen Studien inner­halb Europas durch­ge­führt. „Diese Argumente sprechen aus Sicht der Deutschen Hoch­schulmedizin für einen Umzug der EMA nach Deutschland“, heißt es.

Innerhalb Deutschlands kommen laut MFT mehrere Standorte dafür in Frage, diskutiert werden derzeit Berlin, Bonn, Frankfurt und Hannover. Wichtig sei eine gute Anbindung an die europäischen Verkehrsinfrastrukturen für die vielen erforderlichen Gremientreffen der nationalen Zulassungsbehörden sowie für die Rekrutierung internationaler Fach­ex­perten.

EB

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