EMA-Standort: Hochschulmedizin mahnt Bundesregierung zu Einsatz
Berlin – Nach dem Votum der Briten, aus der Europäischen Union auszutreten, wird die „European Medicines Agencies“ (EMA) aus London weg und in ein EU-Land umziehen müssen. Die Deutsche Hochschulmedizin hat die Bundesregierung nun aufgefordert, sich für einen Wechsel der Europäischen Zulassungsbehörde für Arzneimittel nach Deutschland einzusetzen.
„Die in der Umsetzung befindliche EU-Richtlinie zur Durchführung klinischer Prüfungen sowie die in Kürze zu erwartenden Richtlinien für Medizinprodukte und In-vitro-Diagnostika setzen auf eine stärkere Zentralisierung der Zulassungsverfahren“, sagte Heyo K. Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages (MFT), gestern. Dafür brauche es eine gut aufgestellte und funktionierende Organisationsstruktur und Expertise, die es in Deutschland gebe.
Zudem verfüge Deutschland in der Arzneimittelforschung über eine gut ausgebaute administrative und IT-Infrastruktur sowie gut ausgebildete Experten. Darüber hinaus würden in Deutschland die mit Abstand meisten klinischen Studien innerhalb Europas durchgeführt. „Diese Argumente sprechen aus Sicht der Deutschen Hochschulmedizin für einen Umzug der EMA nach Deutschland“, heißt es.
Innerhalb Deutschlands kommen laut MFT mehrere Standorte dafür in Frage, diskutiert werden derzeit Berlin, Bonn, Frankfurt und Hannover. Wichtig sei eine gute Anbindung an die europäischen Verkehrsinfrastrukturen für die vielen erforderlichen Gremientreffen der nationalen Zulassungsbehörden sowie für die Rekrutierung internationaler Fachexperten.
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