Entscheidung für den Organspendeausweis braucht persönliches Arztgespräch
Münster – Für die Beschäftigung der Bürger mit dem Thema Organspende sind persönliche Arztgespräche unerlässlich. „Gerade das vertrauensvolle Arzt-Patienten-Verhältnis und das persönliche Gespräch können dabei helfen, bestehende Ängste abzubauen und die Menschen wieder zur Organspende zu ermutigen“, sagt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst.
Seiner Auffassung nach genügt es nicht, wenn die Krankenkassen – wie augenblicklich – ihre Versicherten anschreiben und über das Thema informieren. Die wohlgemeinten Informationsmaterialien könnten das Gespräch zwischen Arzt und Patient nicht ersetzen, wohl aber aktueller Anlass für ein solches Gespräch sein, so Windhorst. Der Arzt könne mit dem Patienten in einer vertrauensvollen Atmosphäre über Themen wie Tod, Organspende oder Patientenverfügung sprechen und medizinische Zusammenhänge erklären.
„Wir müssen immer wieder verdeutlichen, dass die Organspende auf drei eigenständigen Säulen in einem konsequent kontrollierten System basiert: Organentnahme, Organvermittlung und Organtransplantation erfolgen unabhängig voneinander“, so der Kammerpräsident. Besonders der Hinweis auf die vorgegebenen Regeln und Kontrollen und das Mehr-Augen-Prinzip könne für Vertrauen sorgen. „Um das gesamte System der Organspende zu akzeptieren, darf die Hirntod-Diagnostik kein Angst auslösendes Mysterium für Patienten und Angehörige bleiben“, so Windhorsts Appell zum direkten Gespräch.
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