Ethikrat-Chefin lobt Umgang Deutschlands mit der Coronakrise

Hamburg – Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, hat den Umgang der Bundesrepublik mit der Coronakrise als „die größte solidarische Leistung“ bezeichnet, die sie in ihrem Leben erlebt hat.
In einer Online-Diskussion der Evangelischen Akademie der Nordkirche sagte die 42-Jährige gestern Abend, Deutschland müsse in der weiteren Bewältigung der Krise verstärkt die Schwächsten in den Mittelpunkt stellen.
Menschen, die alleine sterben müssen oder etwa eine psychische Krankheit haben, seien in der Gefahr, „ein wenig in den Hintergrund zu treten“, sagte Buyx. Es gelte, „die ganz Kleinen, die ganz Alten und die ganz Isolierten" nicht zu vergessen.
Der Bonner Philosoph Markus Gabriel verwies darauf, dass die Welt während der Coronakrise „moralische Rückschritte“ erlebt habe. Dazu gehöre etwa die Schließung von Grenzen. Nationalstaatliche Maßnahmen hätten zu erheblichen moralischen Defiziten geführt.
„Wir erlebten im Grunde eine Corona-Olympiade, wo jedes Land meinte, die eigenen Maßnahmen seien die Besten“, sagte Gabriel. „Die Pandemie ist aber ein universelles Phänomen.“
Wolle man sich ethisch mit ihr auseinandersetzen, müssten universelle Werte zugrunde gelegt werden. „Was wir anhand von Corona diskutieren, müssen wir immer auch in größerem Rahmen diskutieren“, so Gabriel.
Die evangelische Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs erklärte, die Krise habe die Bedeutung von Seelsorge hervorgehoben. Zudem habe die Pandemie gezeigt, dass der Mensch verletzlich und vergänglich „ist und bleibt“.
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