Fachgesellschaft warnt Ältere vor Gesundheitsrisiken durch Hitze

Berlin – Mit steigenden Temperaturen wächst für ältere Menschen auch das Risiko für Schlaganfälle. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) in Berlin hingewiesen.
Schon geringe Temperaturanstiege um ein Grad Celsius könnten die Sterblichkeit durch Herzinfarkt und Schlaganfall messbar erhöhen, sagte der Gefäßmediziner Alexander Oberhuber im Vorfeld einer Pressekonferenz der Fachgesellschaft.
Besonders problematisch seien heiße Tage und tropische Nächte, in denen sich der Körper nicht ausreichend erholen könne, warnt Oberhuber. Vor allem ältere Menschen reagierten empfindlich auf Hitze.
Mit zunehmendem Alter lasse die Fähigkeit nach, die Körpertemperatur zu regulieren und ausreichend Durst zu empfinden. Häufig kämen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes hinzu, die Herz und Gefäße zusätzlich belasteten.
Als besonders riskant gelten laut DGG tropische Nächte in Städten. Dort verstärkten sogenannte Wärmeinseln die Belastung zusätzlich. Eine Studie des Helmholtz Zentrums München habe gezeigt, dass extreme nächtliche Hitze das Schlaganfallrisiko um sieben Prozent erhöhen könne.
Um gesundheitliche Schäden zu vermeiden, ist aus Sicht der DGG eine Kombination aus individuellen und städteplanerischen Maßnahmen erforderlich. „Ausreichendes Trinken, kühle Aufenthaltsorte auch während der Nachtstunden und die Vermeidung körperlicher Anstrengung in der Hitze sind Schutzmaßnahmen, die jeder ergreifen kann“, sagt Oberhuber.
Gleichzeitig sollten seiner Meinung nach die Kommunen Hitze-Gesundheits-Warnsysteme etablieren und eine bessere Hitzeabwehr organisieren. Dazu gehören laut Oberhuber etwa klimatisierte öffentliche Räume, mehr Bäume und Grünflächen in Städten, helle Straßenbeläge und kostenloses Trinkwasser an öffentlichen Orten.
Wichtig sei zudem, Warnzeichen wie Verwirrtheit, Schwäche, Schwindel oder neurologische Ausfällen ernst zu nehmen. Dann solle man sofort medizinische Hilfe rufen.
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