Vermischtes

Fast 28 Prozent der Teilzeitbeschäftigten arbeiten auf eigenen Wunsch reduziert

  • Freitag, 30. Januar 2026
/picture alliance, HELMUT FOHRINGER, APA, picturedesk.com
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Wiesbaden – Betreuungsaufgaben sind für viele Menschen ein Grund, warum sie Teilzeit und nicht Vollzeit arbeiten. Das zeigen Daten des Statistische Bundesamt (Destatis) zu Beschäftigungszahlen aus dem Jahr 2024 der damals 13,1 Millionen Erwerbstätigen in Teilzeit.

Demnach war ein Grund die Betreuung von Angehörigen (23,5 Prozent) – also Kinder, Menschen mit Behinderung oder Pflegebedürftige. Bei der Betreuung von Angehörigen war der Anteil bei den Frauen mit 28,8 Prozent mehr als viermal so hoch wie bei den Männern mit 6,8 Prozent.

Wer wegen Betreuungspflichten die Arbeitszeit reduzierte, tat dies mehrheitlich auf eigenen Wunsch – 65,3 Prozent gaben an, das selbst übernehmen zu wollen. Verfügbarkeit oder Kosten von Betreuungsangeboten spielten bei der Entscheidung laut Statistikamt eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Weitere Gründe für Teilzeit waren eine Aus- oder Weiterbildung oder ein Studium (11,6 Prozent) sowie eine eigene Krankheit oder Behinderung (4,9 Prozent). 27,4 Prozent nannten andere familiäre, persönliche oder sonstige Gründe für ihre Teilzeitbeschäftigung.

27,9 Prozent gaben den eigenen „Wunsch nach Teilzeittätigkeit“ als Grund an. Nur 4,8 Prozent der Teilzeitbeschäftigten würden demnach gern in Vollzeit arbeiten, fanden jedoch keine passende Stelle.

Gestern hatte das Jobportal Indeed mitgeteilt, dass der hohe Anteil an Beschäftigten in Teilzeit zu einem großen Teil von den Unternehmen selbst aus ginge. Das Angebot an Teilzeitstellen nehme seit Jahren stetig zu, während das Interesse seitens der Jobsuchenden konstant bleibe, erklärte Indeed.

Der CDU-Wirtschaftsflügel hatte in der vergangenen Woche mit dem Vorschlag, das Recht auf Teilzeitarbeit einzuschränken, für Furore gesorgt. Ziel ist es demnach, mehr Menschen in Vollzeitarbeit zu bringen. Besonders die Formulierung „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“ zog jedoch Kritik aus der eigenen und anderen Parteien, Sozialverbänden und auch der Ärzteschaft nach sich.

Nach neuen Angaben des Statistischen Bundesamts arbeiteten im Jahr 2024 rund 30,6 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland in Teilzeit – mehr als je zuvor. Mit 49,5 Prozent war fast jede zweite Frau teilzeitbeschäftigt, bei den Männern waren es 13,9 Prozent.

afp

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