Förderung für Entwicklung personalisierter Gefäßimplantate in Kiel

Kiel – Eine Arbeitsgruppe der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, entwickelt mithilfe digitaler Zwillinge personalisierte Implantate gegen Gefäßerkrankungen.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Vorhaben der Universitätsklinik und der Medizinischen Fakultät in Kiel mit rund 2,3 Millionen Euro.
Das Projekt namens „STRIVE“ (Simulation-based Trials for Vascular Treatment) soll dazu beitragen, personalisierte Implantate zur Behandlung von Aneurysmen schneller zu entwickeln.
Dazu erstellt das Forschungsteam individuelle digitale Zwillinge von Patienten sowie von Implantaten. So sollen Behandlungsergebnisse besser vorhersagbar werden – ohne invasive Eingriffe oder großangelegte Studien.
„Unser Ansatz ermöglicht die Entwicklung personalisierter Therapien, senkt Kosten und Entwicklungszeiten für die Herstellung neuer Implantate und reduziert den Bedarf an klinischen Studien“, sagte die Projektleiterin Mariya Pravdivtseva, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik.
Außerdem nutzt das Forschungsteam Künstliche Intelligenz, um aus den Simulationen neue Gefäßimplantate zu entwerfen, zu fertigen und real zu prüfen.
„Auf diese Weise entsteht ein durchgängiger Prozess, der von digitalen Modellen zu greifbaren medizinischen Lösungen führt – mit direktem Nutzen für Patientinnen und Patienten“, erläuterte Olav Jansen, Direktor der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie und Ärztlicher Direktor des campusübergreifenden Radiologiezentrums.
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